002.09.10|München Nord|München Nord|
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Landkreis - An den staatlichen bayerischen Feuerwehrschulen in Geretsried, Regensburg und Würzburg herrscht ein eklatanter Ausbildungsengpass. „Gleichzeitig wird der Feuerwehrdienst technisch immer schwieriger“, sagt Kreisbrandrat Josef Vielhuber.
Der Bezirk Oberbayern hat den Feuerwehren des Landkreises München im Jahr 2009 insgesamt 261 Lehrgangsplätze zugewiesen. Angemeldet hatten sich die Landkreis-Feuerwehren für 580 Kursplätze. Folglich wurden nur 45 Prozent der gewünschten Plätze zugeteilt.
2010 erhielten die staatlichen Feuerwehrschulen sogar 710 Anmeldungen aus dem Landkreis München, zugeteilt wurden den Kameraden im Landkreis aber nur 181 Plätze. Also noch weniger als im Vorjahr: nur 26 Prozent des Bedarfs.
„Grund dafür war, dass ein Stau bei den Lehrgängen für die Gruppenführer und Kommandanten abgebaut werden sollte“, erklärt Josef Vielhuber. „Zugunsten dieser Kurse wurden die übrigen Lehrgangsangebote stark eingeschränkt.“
Auch im kommenden Jahr wird die Zahl der Ausbildungswünsche mit einem Bedarf von 652 Kursplätzen wieder sehr hoch sein, kündigt Vielhuber an: „Wir haben einen überdurchschnittlich hohen Ausbildungsbedarf, weil bei uns auch das Gefahrenpotential besonders hoch ist.“ Ursachen dafür seien die vielbefahrenen Verkehrswege, die großen Gewerbegebiete und mehrere Forschungseinrichtungen.
Seit Dezember 2009 gibt es eine Projektgruppe im Bayerischen Innenministerium, die sich mit der Zukunft der Bayerischen Feuerwehrschulen befasst. „Diese Projektgruppe soll die Weichen für die nächsten Jahrzehnte stellen“, sagt Vielhuber und hofft, dass sich die miserable Ausbildungssituation entspannt.
Da die Ausbildung bei den Feuerwehren einen hohen Stellenwert hat, hat die Kreisbrandinspektion ihre eigene Ausbildungsstätte in Haar kontinuierlich ausgebaut. 1985 startete der Landkreis München als erster in Bayern eine eigene Feuerwehr-Kreisausbildung: Anfangs gab es neun Kurse. „Heute bieten wir 30 verschiedene Lehrgänge an“, berichtet Josef Vielhuber.
Die Zahl der ehrenamtlichen Ausbilder stieg mittlerweile von 38 auf 113 Ausbilder. Sie geben ihr Wissen in den 30 verschiedenen Lehrgängen weiter. „Wir bieten nur Themen an, die an den staatlichen Feuerwehrschulen nicht unterrichtet werden“, erläutert Vielhuber: Klassische Lehrgänge in der Kreisausbildungsstätte sind die Kurse zum Sprechfunker, Maschinist, Atemschutzgeräteträger oder zum technischen Helfer.
Am 19. Oktober wird in Bayerns erster Kreisausbildungsstätte ein Jubiläum gefeiert: 25 Jahre gibt es die Feuerwehrschule heuer. Im Haarer Feuerwehrgerätehaus fand die Kreisinspektion Unterschlupf. In einem teilbaren Lehrsaal, in dem 100 Personen Platz finden, entwickelte sich ab 1985 eine kleine, aber sehr effektive Feuerwehrschule. Das zeigt allein die Resonaz im Lehrgangsjahr 2009/2010: Zu den angebotenen Kursen gingen 1513 Anmeldungen ein.
icb
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