Oberschleißheim - Die Jagd- und Kutschengala hat am Samstag über tausend Besucher in den Schleißheimer Schlosspark gelockt.

Die prunkvolle Kutsche aus dem 19. Jahrhundert ist soeben vor dem Haupteingang des Neuen Schloss Schleißheim zum Stehen gekommen. Frauen in barocken Gewändern und elegant gekleidete Männer bewundern das historische Gespann, als plötzlich vom hinteren Rand des Parks Geräusche herüberdringen.
Zuerst hört man nur leisen Hufschlag, doch schon nach wenigen Augenblicken erscheint aus dem Nebel eine Gruppe von Reitern, die im Galopp einer Hundemeute hinterherjagt. Fast könnte man sich ins 18. Jahrhundert zurückversetzt fühlen, als die bayerischen Kurfürsten das Schleißheimer Schloss als Sommerresidenz nutzten - wären da nicht die zahllosen, staunenden Zuschauer, die mit gezückter Digitalkamera Jagdreiter und Kutsche unter Beschuss nehmen.
Dabei sah es noch am Morgen so aus, als sollte das nasskalte Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung machen. "Da war die Stimmung auf dem Tiefpunkt", berichtet Rügemer.
Doch pünktlich zum Beginn der Gala hatte Petrus ein Einsehen und ließ die 30 historischen Kutschen ohne eine Regentropfen ihre Runden ziehen.
Gleiches galt für die Jagdgesellschaft, deren Vorführung die Zuschauer mit tosendem Applaus bedachten. Für die musikalische Untermalung sorgten Jagdhornbläsergruppen und die Schleißheimer Schloßpfeiffer.
Insgesamt sei es ein rundum gelungener Tag gewesen, lobt Rügemer, auch wenn der Schirmherr der Veranstaltung, Ministerpräsident Günther Beckstein, seinen Besuch genauso absagen musste wie Prinz Luitpold von Bayern. "Unser Jagdherr ist heute zwar leider nicht da", verkündete Toni Wiedemann, Präsident der Schleppjagdvereins. Doch mit Blick auf den vor dem Schlosseingang errichteten Ausschank der Schlossbrauerei Kaltenberg, deren Geschäftsführer Prinz Luitpold ist, fügte er schmunzelnd hinzu: "Dafür hat er uns sein Bier da gelassen."
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