Aschheim - Von wegen „Daddy Cool": Boney-M.-Stimme „Mama cool", also Liz Mitchell, heizte im Aschheimer Burschenfestzelt jungen wie alten Besuchern kräftig ein.

Stimmgewaltiger Auftritt: Die jamaikanische Sängerin Liz Mitchell von Boney M. foto: rabe
Die temperamentvolle Sängerin und ihre zwölfköpfige Truppe aus Sängern, Musikern, Ehemann und Manager Thomas Pemberton sowie Kraftpaket und Erotiktänzer Tony Ashcroft brachten vor allem Mädls und Frauen im Zelt in Hochstimmung.
Die 70er Jahre sind offensichtlich wieder angesagt. Die Rock- und Disco-Hits von damals sind die Oldies von heute und locken nicht nur die Jugend von gestern. Während beim T-Rex-Revival-Band-Auftritt aber die Stimme Marc Bolans schmerzlich abging, war es beim Konzert „The Magic of Boney M. featuring Liz Mitchell“ vor allem die Stimme des inzwischen 57-jährigen Boney M. Aushängeschilds Liz.
Da tanzten und wippten Körper und strahlten Gesichter im Festsaal in fröhlicher Einheit: Ob die Nummer-Eins-Songs von 1978, wie über den Liebhaber der russischen Königin und Wanderprediger „Rasputin“ oder die „Rivers of Babylon“. Von den „Brown Girls in the Ring“ ging es laut und kräftig über in „No woman, no Cry“. Höhepunkt des Auftrittes war die Einbeziehung der Burschen-Girl-Group. Im Stile der Les Humphries Singers füllte sich die Bühne und wurde ganz unerwartet zur kleinen Miss-Show.
Kein Wunder also, dass Bürgermeister Helmut Englmann fast einen Fehltritt machte: Allerdings nur beim Nachhauseweg, als er noch beschwingt von flotter 70er Jahre Musik eine Abkürzung zum Parkplatz nahm und mit seinen glatten Schuhen am Hügel ins Rutschen kam.
Höchst zufrieden von dem Abend zeigte sich auch Burschenvorstand Simon Schäfer, der sein Tanztalent gleich auf der Bühne im Arm von Liz Mitchell kurz beweisen musste: „Wir dachten, wir machen mal etwas anderes.“ Wie anders? Für die Burschen von 1978 war das nun wirklich nichts Neues. Höchstens, dass Liz Mitchell auch so Lieder wie „Let it be“ und die Ballade über Nelson „Mandela“ inzwischen beherrscht. Ansonsten galt auf der Bühne, wie im richtigen Aschheimer Leben: Die Schwarzen waren die Mehrern und trumpften kraftvoll auf. agm
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