Ismaning - Mit einem Vergleich endeten Arbeitsgerichtsverfahren von Musiklehrern gegen die Musikschule Ismaning. Die Musikpädagogen hatten gegen eine Änderungskündigung vom Mai 2009 geklagt.

Rechtsanwältin Angela Renner (l.) mit ihren Mandanten: (v.l.) der neue Betriebsratsvorsitzende Hans Riesinger und die Musiklehrerinnen Jadwiga Nowaczek-Ogrodnik und Elfriede Buchberger. Foto: agm
Nun werden die für sie schlechteren Arbeitsverträge anerkannt. Das eingeforderte Hereinarbeiten der kursfreien Schulferienzeiten dürfen die Lehrer künftig aber mit ihren zusätzlichen Workshops, Hilfen bei Musikwettbewerben und Ensembleauftritten, Lehrerkonzerten und ähnlichem einarbeiten. Engagement, das bisher zusätzlich unentgeltlich geleistet wurde.
Bei der Verhandlung wurde deutlich, dass es den Lehrern in ihren vom Gewerkschaftsbund unterstützten Klagen zwar auch um den finanziellen Nachteil, aber vor allem um die emotionale Komponente der Änderungskündigung ging. „Ich arbeite seit 28 Jahren mit vollem Einsatz in Ismaning, und plötzlich nach 27 Jahren wird mir mein Gehalt um acht Prozent gekürzt. Warum?“ fragt sich Musiklehrerin Jadwiga Nowaczek-Ogrodnik. Falscher Ansatz, hielt ihr Richter Wolfgang Karrasch kühl entgegen. Nur weil die im Arbeitsvertrag geforderte Arbeitszeit Jahrzehntelang nicht voll eingefordert wurde, gebe es darauf keinen Anspruch. Insofern sei es auch keine Gehaltskürzung. Außerdem habe der Betriebsrat rechtswirksam zugestimmt.
Auch Elfriede Buchberger ist nach wie vor fassungslos: „Seit Gründung der Musikschule vor 30 Jahren arbeite ich hier mit Herzblut. Und dann bekomme ich diese Änderungskündigung. Warum? Ich war bei Bürgermeister Michael Sedlmair. Er hat das auch nicht verstanden. Die Gemeinde wollte das so doch gar nicht. Warum also das Ganze?“
Musikschul-Rechtsanwalt Thomas Michel, der mit Musikschulleiter Carsten Reinberg gekommen war, erklärte, dass der Vorstand der Musikschule überlegt habe, „maßvoll einzugreifen“, um Kosten zu sparen. Für die Lehrer ist dies eine Abwertung ihrer Arbeit. Das Betriebsklima habe durch die Zerrissenheit im Kollegium – manche hatten ängstlich sofort zugestimmt – insgesamt sehr gelitten. „Wir werden, weil wir uns wehrten, jetzt als Unruhestifter gesehen“, sagte Elfriede Buchberger traurig.
Richter Karrasch warnte daher am Ende noch: „Dieser Vergleich funktioniert nur, wenn alle auch zusammen wirken und sich über die Stunden einigen wollen!“ Da allerdings nickten Reinberg und die Lehrer sofort zustimmend. Nach all dem Hickhack sehnen sich beide Seiten nach Befriedung.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.