München - In die Pläne für das neue Sportgymnasium im Münchner Norden kommt Bewegung. Die Stadt will dafür ein 30 Hektar großes Areal kaufen. Bald soll der Architekturwettbewerb starten. Der Olympiastützpunkt Bayern will im Neubau Sportschüler zur Weltspitze führen.

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Heute parken auf dem Grundstück an der Knorr-/Ecke Rathenaustraße Autos. 2016 soll hier ein Gymnasium stehen.
Noch liegt das 30 Hektar große Gelände an der Ecke Knorrstraße/Rathenaustraße trostlos da, bald soll hier aber eine Kaderschmiede für Spitzensportler entstehen. Die Stadt verhandelt derzeit mit der Bundesanstalt für Immobilien, der das Grundstück gehört. Hier standen ehemals Teile der Kronprinz-Rupprecht-Kaserne. Bis spätestens Mitte 2012 soll der Kauf unter Dach und Fach sein, so ein Sprecher der Bundesanstalt. Dann muss das Gelände noch von Altlasten befreit und möglicherweise auf Bomben untersucht werden. Bald soll der Architekturwettbewerb für die neue Schule starten. In den Entwürfen sollen eine zehn Meter hohe Sporthalle, ein Rasenspielfeld, eine Weit- und Hochspung- sowie Kugelstoßanlage und Laufbahnen enthalten sein.
Im Schuljahr 2016/2017 soll das vierzügige Gymnasium öffnen. Rund 1000 Schüler soll es fassen, rund ein Viertel davon wird sportlich gefördert. Bis zur achten Klasse werden alle Kinder gemeinsam unterrichtet, dann bildet sich eine Sportklasse heraus, die Wettkämpfe bestreitet und mehr trainiert als die anderen. Die Auswahl der Schüler treffen die entsprechenden Sportverbände und der Olympiastützpunkt Bayern.
Um sicherzugehen, dass das geplante Gymnasium auch Spitzensportler hervorbringt, müssen sich Sportverbände mit einem Konzept beim Olympiastützpunkt bewerben. Wenn das Konzept stimmt, wird die Sportart im Gymnasium angesiedelt. Besteht keine Aussicht auf sportliche Erfolge, gibt es keine Förderung. Sportarten ohne Spitzentalente in Aussicht fallen damit raus.
Sarsky will keine Diskussion anfeuern, sagt aber, dass etwa der bayerische Judoverband ein Vorzeigeverein sei – weshalb auch ein Judoraum schon fest in die Planung aufgenommen ist. Auch der Volleyballsport sei ein möglicher Kandidat. An sich habe jeder Verein Chancen, wenn das Konzept erfolgversprechend sei – wenn heute jedoch keine Aussicht auf Spitzentalente besteht, wird das auch zur Fertigstellung des Gymnasiums schwierig.
Das bayerische Kultusministerium überlegt derzeit, ob man den Betrieb des neuen Gymnasiums schon vor der Fertigstellung starten könnte – in sogenannten Vorläuferklassen. Man könne dafür Räume und Hallen anderer Schulen nutzen. Schulreferats-Sprecherin Eva Maria Volland steht dem aber eher skeptisch gegenüber: „Da sollte man keine falschen Erwartungen haben“, sagt sie. Die Räume müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllen – außerdem seien freie Schulräume auch nicht gerade in Hülle und Fülle verfügbar.
Von Moritz Homann
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