Unterföhring - Die PWU-Faktion forderte eine Machbarkeitsstudie für eine Ortsumfahrung. Mit 13:6 Stimmen lehnte der Unterföhringer Gemeinderat diesen neuen Vorstoß jedoch ab.
„Ich finde die Bemühungen gut, aber was soll da herauskommen? Die Voraussetzungen haben sich nicht geändert“ , winkte Johannes Mecke (Grüne) gleich zu Beginn der lebhaften Gemeinderats-Diskussion ab. Schon im Ortsentwicklungsplan vor sieben Jahren seien alle Varianten untersucht worden – man habe aber keine realistische Lösung gefunden.
PWU-Fraktionssprecher Andreas Kemmelmeyer begründete den erneuten Vorstoß seiner Fraktion mit dem zunehmenden Verkehr auf der Münchner Straße: Das Verkehrsbüro Kurzak habe für das Jahr 2015 ein Verkehrsaufkommen von 21 600 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert. „Wir haben diese Zahlen schon jetzt“, sagte Kemmelmeyer, „eine Verbesserung steht bei den Bürgerwünschen ganz oben“. Daher fordert Kemmelmeyer eine neue Untersuchung, „vorher gibt die PWU keine Ruhe“. Auch die S-Bahn habe erst niemand für möglich gehalten, pflichtete Manuel Prieler (PWU) bei.
Die Gemeinde habe schon viel Geld für Studien zum Fenster herausgeschmissen, erklärte Josef Ebert (CSU), er habe wenig Vertrauen zu Verkehrsgutachten von Professort Kurzak, „der voraussagt, dass der Verkehr durch das Aschheimer Möbelhaus weniger wird“.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Ortsumfahrung für Unterföhring unmöglich ist“, sagte Johann Zehetmair (PWU): „Als Landwirt tut es mir weh, wenn Flächen zerschnitten werden, aber das Know How für eine Untertunnelung des Kanals dürfte inzwischen vorliegen.“ Es müsse nur der politische Wille dasein.
„Bis auf den hausgemachten Verkehr in den neuen Wohngebieten hat sich die Ausgangssituation nicht verändert“, erklärte Thomas Weingärtner (SPD). Die Kosten für einen Tunnel östlich des Gewerbegebietes würden die heutigen Rücklagen aufzehren.
Die PWU stelle ihren Antrag wohl mit Hinblick auf die gute Finanzentwicklung, stichelte Bürgermeister Schwarz süffisant. Entschieden widersprach Günther Ernstberger (PWU): „Unser Antrag hat nichts mit den Rücklagen zu tun. 2000 wurden Studien erarbeitet, 2008 sollte neu nachgedacht werden“. Es gebe heute sicher qualifiziertere Möglichkeiten als eine Zerscheidung des Ortes.
Trotz dieses Appells lehnte das Gremium den Antrag gegen die Stimmen der PWU ab. Versöhnlich sagte Bürgermeister Schwarz zum Abschluss: „Natürlich ist der Verkehr ein großes Thema. Wenn die Verkehrszählungen auf der Münchner Straße vorliegen, werden wir uns wieder unterhalten.“
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