Landkreis - Nach fast zwei Jahren intensiver Ermittlungen hat die Polizei einen internationalen Schleuserring gesprengt. Bei Kontrollen auf den Autobahnen A 99 und A 8 waren die Fahnder der Bande erstmals auf die Spur gekommen, die sich durch ganz Europa erstreckt. Die beiden Haupttäter, ein 38-Jähriger und ein 40-Jähriger aus dem Irak, sitzen bereits in Haft.
Wie die Polizei berichtet, haben die Schleuser vermutlich schon seit 2009 insgesamt 102 Iraker illegal nach Europa gebracht. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sei und die Dunkelziffer weithaus höher ist. Zwischen 10 000 und 12 000 Euro mussten die Iraker für ihre illegale Einreise bezahlen. „Das ist ähnlich wie in einem Reisebüro abgelaufen“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Über die Türkei wurden die Illegalen nach Griechenland und anschließend nach Mailand gefahren. Von dort aus gelangten sie in die verschiedensten Länder, unter anderem nach Deutschland und Skandinavien. Die Fahrer hatte das Schleuserduo in Lettland organisiert. In Mailand mieteten die Schleuser mindestens zwei kleine Wohnungen an. Hier kamen die geschleusten Iraker wie in einer Art zentraler Auffangstelle unter. „Teilweise wurden bis zu 80 illegale Personen in diesen Wohnungen unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht“, heißt es im Polizeibericht.
Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass sich der 38-Jährige vermutlich schon im Jahr 2009 mit einem 40-jährigen Iraker und weiteren Personen zu einer organisierten Schleuserbande zusammengeschlossen hatte. Der 40-Jährige war für die Einreise der Iraker über die Türkei nach Griechenland zuständig. In enger Zusammenarbeit mit der italienischen Polizei gelang es, auch diesen Schleuser und weitere Personen der Bande festzunehmen. Der Iraker sitzt seitdem in Haft in Mailand. Der zweite Haupttäter ist in München inhaftiert und wartet auf seinen Prozess.
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