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Kirchheim: Trotz drohender Klage: Heimstettener Straße soll wieder mal geöffnet werden

Trotz drohender Klage: Heimstettener Straße soll wieder mal geöffnet werden

Kirchheim - Die Frage der Öffnung der Heimstettener Straße zwischen Gymnasium und Seniorenheim Collegium 2000 spaltet den Gemeinderat und die Bürgerschaft.

Bei der Bürgerversammlung hatten auf Antrag von Helmut Schäfer 38 Bürger dafür gestimmt, die Heimstettener Straße grundsätzlich und ohne Beschränkung auf die Verkehrsart zu öffnen, 32 dagegen. Knapp entschied auch wieder der Gemeinderat: Mit 13 zu 12 Stimmen für die Öffnung.

Stephan Keck (SPD) versuchte sich zwar in Milde und zeigte Verständnis für den Vorschlag von Bürgermeister Heinz Hilger (VFW), doch die vier Monate bis zum Wettbewerb zur Ortsmitte abzuwarten. „Wenn die VFW uns dann verspricht, endgültig zu entscheiden“, sagte Keck. Aber nachdem Bauamtsleiter Robert König den Antrag der Bürgerversammlung als weitergehend ansah und zuerst zur Abstimmung stellte, sah sich auch Keck nicht im Stande dagegen zu stimmen: „Wir sind für die Öffnung. Da kann man nicht von uns erwarten, dass wir nun zur Kompromisssuche dagegen stimmen.“ Das knappe Ergebnis habe er befürchtet, und nun glaube er, dass Bürgermeister Hilger als Verwaltungschef die Umsetzung des Beschlusses wieder ewig verzögern werde. Damit rechnen alle 13 Befürworter. Entsprechend wenig euphorisch nahmen sie den knappen Sieg auf.

Der Bürgermeister hatte auf das Ortsmitte-Wettbewerbsverfahren verweisen und darauf, dass Anlieger gegen die Straßenöffnung klagen würden. Dann sei beim Verwaltungsgericht wegen mangelnder Abwägung eine Niederlage vorprogrammiert: „Da wird man uns fragen, warum wir die Chance, dass 40 Planungsbüros genau diese Verkehrsfrage auch prüfen, nicht wahrgenommen und abgewartet haben.“

„Lauter Nebelkerzen“ schimpfte Susanne Merten-Wente (Neue Union). „Von Warten war im Bürgerantrag auch nichts zu hören, sondern davon, zu entscheiden“, sprach sie sich gegen Hilgers Vertagungsantrag aus. Die Argumente seien „bis zum Erbrechen ausgetauscht“, sagte Marcel Prohaska (SPD), der „zähneknirschend“ höchstens noch Kecks Kompromiss zugestimmt hätte, vier Monate abzuwarten.

Marianne Hausladen (CSU) plädierte auch für die sofortige Entscheidung: „Wir dürfen uns doch von einer Klagedrohung nicht so erpressen lassen. Die wenigen Lastwagen, die dann dort fahren würden, bringen auch die Senioren und Anwohner nicht um.“ Da gebe es andere Kirchheimer, die seit Jahren unter wirklichem Verkehrslärm durch die A 99 leiden.

Harald Fratz (LWK) bezweifelt, dass die Haushaltreste von 139 500 Euro für einen Umbau ausreichen: „Da müssten neue Busbuchten und Radwege angelegt werden. Das reicht nie.“ Es gehe ja auch nur um eine grobe Baukostenschätzung. Da erhoffe man eben von den 40 Büros und dem anschließenden Bebauungsplanverfahren mehr Klärung, sagte Hilger.

agm

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