Kirchheim - Mit großflächigen Balkonen über die gesamte Schulhausfront, gleichzeitig Sonnen- und Fassadenschutz, einer dadurch klaren Fassadengliederung und einem energetisch nachvollziehbaren Konzept überzeugte das Pullacher Architekturbüro Martin&Lechner das Kirchheimer Preisgericht.
Neun Büros waren der Einladung zum Realisierungswettbewerb zur „Energetischen Modernisierung des Gymnasium Kirchheim“ gefolgt. Jetzt stellte die Betreuerin des Wettbewerbs, die Münchner Städteplanerin Petra Schober, das Ergebnis dem Zweckverband vor.
Wer den Zuschlag erhalten wird, steht noch nicht bindend fest. Sowohl der erste Preis, wie auch der zweite Preis, eine Planung des Stuttgarter Diplomingenieurs Walter Huber, werden geprüft. Allerdings stimmten viele Zuhörer der Kirchheimer Kreisrätin Barbara Kraft-Heinik zu, die sich über den zweiten Preisträger echauffierte: „Was sollen diese Faserbetonplatten. Diese Gebäude möchte ich nicht in unserer Gemeinden haben. Eine Katastrophe.“ „Das ist wohl Geschmackssache“, widersprach Feldkirchens Bürgermeister Werner Van der Weck: „Mir gefällt diese Planung sehr gut.“
Erneut gab es im Zweckverband Grundsatzdiskussionen, ob man auf ein vollautomatisches Belüftungssystem mit geschlossenen Fenstern setzen soll, wie es die Fachleute überall empfehlen, oder eine händische Lüftung über Fenster beibehalten soll. Aschheims Bürgermeister Helmut Englmann beendete die Diskussion mit den Worten: „Wir wollen hier keinen Versicherungspalast herstellen, sondern den zweitoptimalen Mittelweg gehen.“ Englmann verwies aber noch auf die Geothermie. Das Heizen mit Erdwärme müsse in die Gesamtbeurteilung einfließen.
Kirchheims Bauamtsleiter Robert König wird nun mit den Fachleuten einen Fragen- und Aufgabenkatalog erstellen, der von beiden Preisträgern bearbeitet werden soll. In einer weiteren Runde des Preisgerichts werden die Antworten im Beisein der Büros besprochen und bewertet. Der punktstärkste Planer erhält im März den Auftrag. Im Zuge der Modernisierung der Fassade, so die Empfehlung des Preisgerichts, soll auch die Sanierung des Daches erfolgen. Dies sei wirtschaftlich sinnvoll und im Hinblick auf eine möglichst geringe Belastung von Schülern und Lehrern nötig.
von Annette Ganssmüller-Maluche
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