Neubiberg - Offensichtlich weil sie ihn verlassen wollte, hat in Neubiberg am Montag ein Mann (36) seine Ehefrau getötet. Als mutmaßlichen Täter hat die Polizei den Mesner der katholischen Pfarrei im Ort festgenommen.

© Michel
In der Kaiserstraße in Neubiberg hat sich das Drama ereignet.
Es muss kurz nach 15 Uhr sein, als Christian R. (36) offensichtlich nicht mehr ein und aus weiß. In der Küche, gleich links vom Eingang zum Einfamilienhaus an der Kaiserstraße in Neubiberg, geht er auf seine Frau Simone (35) los. Er wendet Gewalt an – solange, bis sie stirbt. Dann ruft er seinen Arzt, bei dem er eigentlich einen Termin hätte. Er habe seine Partnerin getötet, sagt er ins Telefon. Der Arzt verständigt die Polizei.
Nur kurz nach der Tat nimmt die Spurensicherung ihre Arbeit auf. In weißen Schutzanzügen suchen die Mitarbeiter nach Hinweisen auf die Tat. Was genau geschehen ist, teilt die Polizei nicht mit.
Dass aber nun am Ende ein Mord steht, das versteht an der Kaiserstraße niemand. Wie kann es dazu kommen, dass ein so christlich orientierter Mann wie Christian R. offensichtlich keinen anderen Ausweg mehr weiß? Wie groß müssen Enttäuschung und Verletzung sein, wenn scheinbar nichts bleibt außer Mord? Fragen, die die Ermittler klären müssen. Fragen, auf die nur der mutmaßliche Täter eine Antwort geben kann.
Stunden nach der Tat erinnert nur ein rot-weißes Absperrband an das Verbrechen. Die Mülltonne steht am Straßenrand zur Abholung bereit. Im Schaukasten der Pfarrrei am Weg zur Haustür der Familie R. wirbt ein Plakat für den Kinderfasching. Durch die Fenster des Freizeitzentrums sind bunte Girlanden zu sehen. Doch Fasching feiern will niemand mehr. Bürgermeister Günter Heyland hat das Faschingstreiben auf dem Rathausplatz abgesagt.
Ilsabe Weinfurtner
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