Hohenbrunn - Zwei Tage nach der Tragödie von Hohenbrunn umgibt ein Bauzaun die Brandruine an der Bussardstraße. Niemand soll mehr Zugang haben zu dem Haus, das Peter M. anzündete. Wo er sich selbst das Leben nahm. Mit der Tat wollte er strafen über den Tod hinaus, vermuten Experten.

Abgeriegelt: Die Brandruine an der Bussardstraße in Hohenbrunn ist jetzt von einem Zaun umgeben. Die Brandfahnder haben ihre Arbeit abgeschlossen. Die Polizei hat die Ermittlungen eingestellt. Foto: BW
Es ist, als setze der Zaun ein letztes Zeichen. Er markiert das offizielle Ende einer Familientragödie. Einer Tragödie, die am vergangenen Samstagmorgen ein grausames Ende gefunden hat, als Arzt Peter M. (58) erst sein Haus mit Benzin anzündete und sich dann im Keller mit einem tödlichen Medikamenten-Mix das Leben nahm (wir berichteten). Zurück bleiben die beiden erwachsenen Töchter. Und die 56-jährige Ehefrau, die ihren Mann vor einer Woche verlassen hat - eine Trennung, die, laut Polizei, Peter M. letztlich zu seiner Tat trieb.
Die Nachbarn sind noch immer entsetzt über die Ereignisse. Familie M. galt in der kleinen idyllischen Siedlung nicht nur als wohlhabend. Sie galt als zurückhaltend und ausgesprochen zuvorkommend.
„Zuvorkommend“ - das ist auch das Wort, das die Nachbarn verwenden, wenn sie beschreiben, wie Peter M. mit seiner Frau umgegangen ist. Nicht einmal den Rasen des großen Grundstückes hinter dem Haus sollte sie mähen. „Das will ich ihr nicht zumuten“, soll Peter M. gesagt und das Gerät anschließend selbst durch den Garten geschoben haben. Seine Liebe sei „abgöttisch“ gewesen. Eine Liebe, die Tod und Zerstörung brachte.
Wie kann es zu einer solchen Tat kommen? Experten sind vorsichtig mit einer Einschätzung. Zu wenig ist bekannt über die familiären Hintergründe. Wohl aber hat Peter M. nicht nur sein Leben beeenden wollen. Betrachte man das Haus als Symbol für „Familie“, habe M. eben auch symbolisch seine Familie ausgelöscht - ganz so, wie er es gefühlt haben mag: das Ende der Ehe ist das Ende der Familie.
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