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Große Beben wird es nicht geben

Unterhaching - Es war heimlich, still und leise, und kaum jemand hat es bemerkt: Am 2. Februar gab es kurz vor 22 Uhr zwei Erdbeben im Landkreis. Das Epizentrum liegt vermutlich nahe Unterhaching.

Die Uhr zeigte 21.55 Uhr an, als die Erde bebte. Vielleicht ist „bebte“ der falsche Ausdruck, vielmehr müsste man die Auswirkung der beiden Erdstöße ein „Erzittern“ nennen. Denn mit einer Stärke von 1,68 und 2,16 auf der Richterskala war es kaum mehr als ein Zittern – kein Putz bröckelte von den Wänden, und keine Bücher fielen aus den Regalen. Einzig die Messstationen des Geophysikalischen Observatoriums der Ludwig-Maximilians-Universität in München schlugen an.

„Diese Messstationen wurden vor einem Jahr in der Gegend installiert, weil es seit geraumer Zeit hin und wieder zu leichten Erdstößen kommt“, berichtet Joachim Wassermann vom Geophysikalischen Observatorium. Für die Gegend, die auf der „Bayerischen Molasse“ sitzt, sei das sehr ungewöhnlich, deswegen wolle man mit den Messstationen die Bebenentwicklung beobachten.

Weil die Messgeräte jedoch provisorischer Natur sind und deswegen auswertungstechnisch nicht ganz präzise, hatten die Wissenschaftler nach den Erdbeben am 2. Februar zunächst einen Landstrich nordwestlich von Sauerlach als Erdbebenherd ausgemacht. Jetzt aber verdichten sich die Hinweise, dass die Erschütterungen nahe Unterhaching entstanden sind. Die Bebenentwicklung in den vergangenen Jahren, die Nähe zu Unterhaching – könnte die Geothermie in dieser Sache eine Rolle spielen? „Wir können das nicht ausschließen. Uns ist aber nicht ganz klar, warum die Geothermie dort Beben auslösen sollte und an anderen Geothermie-Standorten nicht“, sagt Joachim Wassermann. Fest stehe jedoch, dass in der Gegend bis zum Beginn der Geothermie-Bohrungen keine Erdbeben auftraten, jetzt aber schon.

Gerlinde Kittl, Geschäftsführerin der Geothermie in Unterhaching, sagt den Wissenschafltern derweil jegliche Unterstützung zu. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Beben etwas mit unseren Bohrungen zu tun haben“, so Kittl. „Wir werden mit den Behörden in dieser Sache so gut wir können zusammenarbeiten, denn es ist ja auch in unserem Interesse, dass das Ganze vom Tisch kommt.“ Egal aber, was die Auswertungen letztlich zeigen werden – sowohl Wassermann als auch Kittl warnen davor, die Pferde scheu zu machen. Joachim Wassermann: „Was wir jetzt schon mit ziemlich hoher Sicherheit sagen können: Es wird in dieser Gegend zu keinen großen Beben kommen.“

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