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Kampf um das Sechzgerstadion im Schatten des FC Bayern

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021.10.05|München Süd|München Süd|
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Artikel: Kampf um das Sechzgerstadion im Schatten des FC Bayern

- VON UMBERTO SAVIGNANO München/Landkreis - Auf Höhe der Eckfahne, im Block F in der Westkurve ist Arnold Geißlers Stammplatz. Im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße ist er einer unter ein paar Hundert Fans, die die Amateure des TSV 1860 München bei ihren Spielen unterstützen. Er jubelt über Siege der "kleinen" Löwen, er freut sich, wenn mal wieder einer aus dem Regionalliga-Team den Sprung in die Profimannschaft schafft. Doch der 46-jährige Untergiesinger hat auch eine Vision, die in eine ganz andere Richtung geht: "Es soll mal so sein, dass die, die es von den Amateuren nicht nach oben schaffen, bei uns spielen." Bei uns: Das ist im Moment noch sehr weit unten. Geißler ist Präsident des TSV Weiß-Blau Sechzgerstadion, derzeit Tabellenführer der C-Klasse Gruppe 5 im Kreis Groß-München, der am Sonntag bei Fortuna Unterhaching II gastiert.<BR>

Doch die sportlichen Ambitionen sind groß. "Langfristig wollen wir in die Bezirksliga", sagt Geißler. Dann wäre der Verein möglicherweise wirklich für ehemalige Löwen-Amateure interessant. Allerdings ist dieses Ziel, zu dem fünf Aufstiege nötig wären, bei den TSV-Weiß-Blau-Kickern einem anderen untergeordnet, das vielleicht noch viel schwerer zu realisieren ist. Der Kampf um den Erhalt des Sechzgerstadions, das nach dem geplanten Verkauf des Grunds durch die Stadt München dem Abriss geweiht wäre, steht als zentraler Punkt in der Satzung. Die Gründung einer Freizeit-Fußballmannschaft vor gut drei Jahren war eine der vielen Maßnahmen, die die Freunde der Traditionsstätte ergriffen, um deren endgültigem Ende entgegenzuwirken.<P>"Damals wollten wir nur an einem Freizeitturnier teilnehmen und haben einen Aufruf im Internet gestartet. Innerhalb von acht Stunden hatten wir 30 Leute beisammen, bis hin zum Schiedsrichter", erinnert sich Geißler. Trotz der 0:19-Schlappe bei der Premiere gegen Barfuß Jerusalem war der Grundstein für den Verein gelegt. Zunächst meldete sich das Team in einer Freizeitliga an, wo übrigens heute noch die Reserve mitmischt. Aus dieser Zeit resultiert auch der Zuschauerrekord: 800 Fans sahen das 3:4 im damaligen Spitzenspiel gegen die Ostpark-Hyänen, das im Sechzgerstadion stattfand.<P>Es war nicht die einzige Partie an der Grünwalder Straße. Erst im vergangenen Sommer beim von ihnen selbst mitorganisierten Stadiontag unterlagen die TSVler einer Auswahl ehemaliger Löwen-Profis 3:13. Zu Punktspielen lässt die Stadt München den zur Saison 2003/2004 gegründeten Verein allerdings nicht mehr an seinem Lieblingsort auflaufen, "Dabei haben wir einen Sponsor, der das bezahlen würde, und es heißt doch immer, das Stadion kostet die Stadt so viel", wundert sich Geißler.<P>So spielt der TSV Weiß-Blau - das T steht übrigens für Tradition - statt an der Grünwalder- an der Säbener Straße, auf dem Platz des FC Sportfreunde, ausgerechnet neben dem FC Bayern, dem bei Geißler und Co. so ungeliebten Lokalrivalen: "Wir wollten eigentlich in die Satzung schreiben, dass wir keine Roten aufnehmen, aber das durften wir nicht." Nun spielen sie also im Schatten der Roten, weil Geißler als langjähriger Schiedsrichter-Obmann der Sportfreunde seinen Kontakt nutzte. "Am Anfang war das ein Reizthema", gesteht er, "aber inzwischen sehen wir die da drüben gar nicht mehr. Nur, die Parkplätze nehmen sie uns halt weg."<P>Auch Martin Max hilft mit <P>Doch, wer weiß: Wenn es mit dem Marsch in die Bezirksliga klappt, und da wollen demnächst im Training sogar der ehemalige 1860-Trainer Karsten Wettberg, Torwart Daniel Hoffmann und der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Martin Max mithelfen, dann stehen dem TSV die Tore an der Grünwalder Straße vielleicht eines Tages wieder offen. Der Verkauf der Löwen-Heimat ist jedenfalls bis 2008 auf Eis gelegt, das ist den meisten Spielern vermutlich wichtiger als jeder Sieg.<P>

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