Baierbrunn - Im Trinkwasser der Gemeinde Baierbrunn haben sich möglicherweise gesundheitsgefährdende Keime verbreitet. Die Einwohner sind aufgerufen, das Wasser bis auf weiteres nur abgekocht zu verwenden.
„Aufgrund aufgetretener Verunreinigungen im Rohrleitungsnetz besteht der Verdacht der Beeinträchtigung des Trinkwassers“, heißt es in einem Rundschreiben, das am Dienstagabend eilends an alle Haushalte der Gemeinde im Landkreis München verteilt wurde. Das Wasser solle nur abgekocht, für ältere Menschen und Babynahrung überhaupt nicht mehr verwendet werden. Zahlreiche Bürger deckten sich daraufhin noch am Dienstag kurz vor 20 Uhr in den umliegenden Einkaufsmärkten mit Mineralwasser ein. Am Mittwochmorgen stand das Telefon im Baierbrunner Rathaus nicht mehr still. „Hier ist die Hölle los“, sagte eine Mitarbeiterin. Unablässig riefen besorgte Bürger an, um Näheres zu erfahren.
Nach Auskunft eines Mitarbeiters sind in Wasserproben sogenannte coliforme Keime entdeckt worden, allerdings in minimaler Konzentration. Woher die Keime kommen, werde noch untersucht. Es sei nicht auszuschließen, dass es sich um einen Laborfehler oder um einen Fehler bei der Entnahme der Probe handle. Auch Rohrbrüche, die es in dem teils „uralten“ Leitungsnetz in letzter Zeit häufiger gab, könnten als Ursache für die Verschmutzung in Betracht kommen, sagte 1. Bürgermeister Eugen Kramer (CSU) auf Anfrage. Vorsichtshalber solle das Wasser nun gechlort werden. Wie lange, steht noch nicht fest. „Das Chlor muss sich im gesamten Leitungsnetz verteilen und einige Zeit einwirken. Dann wird wieder gemessen, und dann entscheiden die Fachleute, wie es weitergeht“, so Kramer. Trotz des Chlorzusatzes bleibe das Wasser trinkbar, betont der Bürgermeister. „Jeder, der heute im Schwimmbad einen Schluck nimmt, hat eine -zig-fach höhere Konzentration an Chlor.“
Kramer dankte ausdrücklich der Feuerwehr für ihren schnellen Einsatz. Am Dienstagabend war die komplette Mannschaft ausgerückt, um die Flugblätter zu verteilen und mit Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung zu warnen.
Der Wasserverbrauch der Bürger wird weiterhin wie gewohnt abgerechnet. Eine Gutschrift für die Zeit des Chlor-Zusatzes werde es nicht geben, so Kramer.
Nach Angaben des Landratsamtes gibt es derzeit im Landkreis München keinen weiteren Fall von Verunreinigungen im Trinkwasser. Wer das Wasser abkocht, sollte nach Auskunft des Gesundheitsamtes darauf achten, dass es gut sprudelnd kocht. Mit fünf Minuten Kochzeit sei man „auf jeden Fall auf der sicheren Seite“.
Peter T. Schmidt
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