001.09.10|München Süd|München Süd|
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Taufkirchen - Nach dem Drama bei der Loveparade in Duisburg vor fünf Wochen laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf Hochtouren. Auch in Taufkirchen waren die Fahnder unterwegs.
Bei mehreren Hausdurchsuchungen stellten die Beamten Unterlagen und Beweismaterial sicher. Darunter auch bei der Firma „Security Management Service“ (SMS), die in Taufkirchen ihren Hauptsitz hat. Vor knapp einer Woche bekam das Unternehmen Besuch von den Ermittlungsbeamten. Allerdings im Kölner Büro, da das Unternehmen dort seinen Verwaltungssitz hat. Das bestätigte jetzt der Duisburger Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp. Einen Durchsuchungsbeschluss für die Taufkirchner Räume habe es auch gegeben. „Den mussten wir aber nicht vollstrecken, weil uns bereits in Köln alle Unterlagen ausgehändigt wurden“, so Haferkamp.
Die Daten und Unterlagen der Beteiligten bräuchten die Ermittler, um herauszufinden, ob es einen Fehler in der Planung oder im Sicherheitskonzept gegeben hat und wer letztendlich für das Drama in Duisburg die Verantwortung trägt. Von den Unterlagen erhofft sich die Staatsanwaltschaft eine genaue Rekonstruktion der Abläufe und Entscheidungsprozesse.
„Es ist eine gewaltige Menge von Daten, die jetzt ausgewertet werden muss“, sagt Haferkamp. 83 Ermittlungsbeamte, vier Staatsanwälte und ein Oberstaatsanwalt kümmern sich um den Fall. Bis es erste Ergebnisse gibt und die Frage geklärt ist, ob die Taufkirchner Sicherheitsfirma ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden muss, können noch mehrere Monate ins Land gehen.
Die Geschäftsleitung der SMS GmbH selbst will keine Auskunft zu dem Fall geben. Allerdings gibt es auf der Homepage des Unternehmens eine öffentliche Stellungnahme, um - wie es heißt - „Tatsachen klarzustellen“. Von den insgesamt 159 Ordnern am Eingangsbereich der Veranstaltung seien lediglich 16 von der Taufkirchner Sicherheitsfirma gewesen. „Keine der 16 Ordnerkräfte der SMS GmbH hatte eine Entscheidungsträgerfunktion, die Firma war zudem nicht in die Ausarbeitung des Sicherheitskonzepts eingebunden“, heißt es in der Stellungnahme. Außerdem verweisen die Geschäftsführer auf die fundierte Ausbildung ihrer Mitarbeiter, die „seit Jahren bei Veranstaltungen tätig sind“. Die Ermittlungsbehörden wolle man „selbstverständlich bei der Aufklärung des tragischen Unglücks unterstützen“.
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