Laufzorn - Eine dicke Schwefelgaswolke versetzte jetzt die Bürger nahe der Geothermie in Laufzorn in Panik. Sogar Polizei und Feuerwehr rückten aus, weil niemand wusste, ob die Abgase gefährlich sind.

Die Luft ist wieder rein: Blauen Himmel ohne Schwefelgestank gab es gestern wieder an der Geothermieanlage, nachdem am Sonntag die Tests eingestellt wurden. foto: jürgen bollig
Bei herrlichem Sommerwetter saßen die meisten Oberhachinger am vergangenen Wochenende hinter verschlossenen Fenstern und Türen. Ein strenger Geruch nach faulen Eiern wehte durch die Gemeinde. Manche Bürger klagten gar über Kopfschmerzen, Augenreizung und Übelkeit.
Es spricht sich schnell herum: Der Gestank kommt von der Geothermie der Erdwärme GmbH Grünwald in Laufzorn. Dort fanden Pumpversuche statt, die das Thermalwasser mit den schwefelhaltigen aber ungefährlichen Abgasen zu Tage förderten. Nur wusste das bis zu diesem Zeitpunkt noch keiner, denn informiert hatte die Gesellschaft niemanden über die unangenehmen Folgen. Aus Verunsicherung und Sorge um die eigene Gesundheit alarmierten einige Betroffene Polizei und Feuerwehr. Die Oberhachinger Floriansjünger rückten zweimal aus. Die Unterhachinger Beamten waren sogar dreimal vor Ort. Einige Betroffene hatten zuvor protestierend vor der Geothermie Stellung bezogen. Nach Rücksprache mit dem Bohrleiter und nach Messungen eines Experten vom Umweltdezernat konnte Entwarnung gegeben werden: Die Abgase sind nicht gefährlich. Die Kripo München hat sich der Sache nun angenommen und wird die Messwere noch einmal überprüfen lassen.
Verständnis für die Reaktion der Leute hat Erdwärme-Sprecher Andreas Schneider. „Es war sicher ein Fehler unsererseits, vorher nicht darüber zu informieren“, gesteht er ein. Allerdings habe man auch nicht mit einem solchen Ausmaß gerechnet. Die schwülen Temperaturen und der ungünstige Wind hätten die Situation verschärft, sagt Schneider.
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