Pullach - Der Bayerische Jugendring traf sich auf der Burg Schwaneck zu einer dreitägigen Sitzung. Unter anderem wurde der Integrationspreis für Jugendarbeit verliehen.

Ausgezeichnet: Anastassija Kammerloh (l.) von der Israeletischen Kultusgemeinde nahm den Integrationspreis vom zweiten Präsidenten des BJR, Christof Bär (r.) entgegen. Der Vorsitzende der Kommission Integration, Peter Hillebrandt, und Theaterpädagogin Talia Presser gratulieren. foto: jürgen bollig
Es war ein dreitägiger Sitzungsmarathon im „Rittersaal“ der Pullacher Burg Schwaneck – am Schluss hatte der „Bayerische Jugendring“ (BJR), Dachverband von 96 Kreisjugendringen in Bayern, nicht nur einen neuen Vorstand, sondern auch zwei neue Träger des Integrationspreises für Jugendarbeit. Ausgezeichnet wurden das Jugendzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München (IKG) sowie die Evangelische Jugend im Dekanat Ansbach. Beide hätten sich in herausragender Weise um die soziale Eingliederung von jungen Migranten mit schwierigem sozialen Umfeld verdient gemacht, hieß es in der Laudatio. „In einem historisch wie kulturell spannenden Feld nimmt die Jugendarbeit der Israelitischen Kultusgemeinde ihre Verantwortung wahr, jungen Zuwanderern die Eingliederung zu erleichtern, sie dabei kulturell und religiös ernst zu nehmen und ihnen Perspektiven in Bayern zu geben.“
Vor allem Zuwanderer aus den ehemaligen GUS-Staaten fanden dank der Hilfe der Israelitischen Kultusgemeinde Anschluss an das gesellschaftliche Leben in der Landeshauptstadt München: Seit 1990 hat sich dort die jüdische Gemeinschaft mit 9000 Mitgliedern mehr als verdoppelt. Ohne die Evangelische Jugend in Ansbach wiederum gäbe es weder die beiden Theatergruppen noch den „offenen Treff“, die nach einhelliger Meinung des BJR-Vorstandes die Isolation der Migranten in der 40 000-Einwohner-Stadt „durchbrochen“ hätten: „Was mit einem Bauwagen im Brennpunkt-Stadtteil begann, hat inzwischen Früchte getragen“, würdigte Zweiter BJR-Präsident Christof Bär den unermüdlichen Einsatz der Evangelischen Jugend in der mittelfränkischen Metropole.
Auch der sich immer stärker verbreiternden Jugendarmut will der BJR den Kampf ansagen. Man wolle sich nicht mehr mit „Analysen“ und „Situationsbeschreibungen“ zufrieden geben, sondern „der Schritt zur aktiven Bekämpfung von Jugendarmut muss jetzt vollzogen werden“, forderte Bär und will dafür die Bayerische Staatsregierung in die Pflicht nehmen. Es müssten endlich die politischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, dass „nicht mehr die soziale Lage der Eltern über den Zugang zu Bildung und damit auch zu gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe entscheidet“.
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