- VON GABI WERNER Ottobrunn / Waakirchen - Heinrich Schwarzmayr ist empört: Als der Ottobrunner - ein so genannter "Trennungsvater" - an Heiligabend beim Gedenken an die Sendlinger Mordweihnacht in Waakirchen (Kreis Miesbach) per Plakat seine Meinung zum Thema Kindesentzug kund tun wollte, wurde sein Auftritt von der Polizei Bad Wiessee sofort gestoppt, das Plakat beschlagnahmt. Schon vor Ort drohte Schwarzmayr mit Konsequenzen: Er will Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Polizeichef Wilhelm Sigel einlegen.<BR>
<P>Für den 50-jährigen Ottobrunner, der seit vielen Jahren vehement für die Rechte von Vätern eintritt, denen die Kinder von den Müttern vorenthalten werden, ist das Verhalten der Polizei unverständlich: "Das war eine freie Meinungsäußerung und auch keine Demonstration", erklärte Schwarzmayr. Gemeinsam mit einer gleichgesinnten Person, deren Namen er nicht nennen wollte, hatte sich Schwarzmayr bei dem Gedenken der Gebirgsschützen auf einem Schneehügel gegenüber dem Rednerpult am Löwen-Denkmal postiert - etwa 20 Meter vom Festredner, Ministerpräsident Edmund Stoiber, entfernt. Für Unruhe hätten sie allerdings nicht gesorgt, beteuerte "An Familiengerichten ist täglich Sendlinger Mordnacht!" der Ottobrunner. Kaum habe er das Schild an einer etwa 2,50 Meter hohen Stange befestigt gehabt, seien die Beamten bereits eingeschritten. Polizeichef Sigel persönlich habe ihm schließlich das Schild weggenommen. Die Aufschrift darauf: "Wir wollten nicht habsburgerisch werden. Beate Merk, Christa Stewens, Günther Beckstein, und Du, Edmund Stoiber, wann tut Ihr endlich was für uns bayerische Väter und unsere Kinder ? An Familiengerichten ist täglich Sendlinger ,Mordnacht`. Es gibt dadurch immer mehr vaterlose Kinder, die durch Vaterentzug zu beziehungsunfähigen Sozial-Krüppeln gemacht werden." Ein Banner der Aktionsgruppe "Vatermorgana" mit den Worten "Kindesentzug ist ein Verbrechen" und dem Verweis auf den entsprechenden Gesetzes-Paragraphen 235 kam ebenfalls nicht mehr zum Einsatz. Schwarzmayr untermauerte, dass Jugendamt, Polizei und Gerichte Vätern, die von ihren Kindern getrennt lebten, kaum zu ihrem Recht verhelfen würden.<P>Bad Wiessees Polizei-Chef Sigel bestätigte auf Anfrage, dass er Plakat und Banner eigenhändig sichergestellt habe. Grund: Auf dem Schild sei der Ministerpräsident in Schriftform geduzt worden - "und das geht eben nicht". Demonstrant aus Ottobrunn will sich bei Beckstein beschweren Die Polizei ermittle nun wegen des Verdachts auf Beleidigung, so der Inspektionsleiter. Noch an Ort und Stelle habe Schwarzmayr angekündigt, sich bei Innenminister Günther Beckstein zu beschweren. "Ich habe ihm meinen Namen genannt und ihm die Sicherstellung erklärt", schilderte Sigel die Vorgänge am Rande des Gedenkens. Anschließend hätten der Ottobrunner und seine Begleitung die Veranstaltung weiter verfolgen dürfen.<P>
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.