- Unterhaching – Weil fossile Brennstoffe wie Erdöl oder -gas immer knapper und damit teurer werden, boomen die regenerativen Energien. Besonders großes Potenzial messen Experten der Geothermie zu, also die Nutzung der Wärme im Inneren unseres Planeten. Um auf Seiten beteiligter Firmen die Interessen zu bündeln, hat sich jetzt in Karlsruhe ein neuer Bundesverband gegründet: das „Wirtschaftsforum Geothermie“. Vorsitzender ist Erwin Knapek (64), der SPD-Bürgermeister von Unterhaching – dort wird zurzeit ein besonders innovatives Erdwärme-Projekt mit der zukunftsweisenden Kalina-Technologie realisiert.
"Ziele des Wirtschaftsforums sind die Markteinführung der Geothermie, Einflussnahme in Fragen der Energiepolitik, gegenseitige Beratung und die Verbindung zu anderen Gesellschaften im Ausland", erläutert Knapek. "Es ist notwendig, dass man als Unternehmerverband auftritt."
Die Gründung des "Wirtschaftsforums Geothermie" erfolgte in Karlsruhe, die Registrierung läuft in Nürnberg, die offizielle Präsentation ist -wegen der Nähe zu den Bundesbehörden -in Berlin geplant. Außer Knapek gehören dem Vorstand als Zweiter Vorsitzender Norbert Weinberg vom Siemens-Sektor "Industry Solutions and Systems" (zuständig für das Unterhachinger Kalina-Kraftwerk) und als Dritter Vorsitzender Peter Seibt, Geschäftsführer der "Geothermie Neubrandenburg", an.
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Möglicherweise befasst sich das neue Wirtschaftsforum auch mit Vorkommnissen wie zuletzt beim Geothermieprojekt "Deep Heat Mining" in Basel, wo es zuletzt mehrere kleine Erdbeben gegeben hatte: zuletzt in der Nacht zum gestrigen Dienstag eines der Stärke 3,2 auf der Richterskala. "Sicher, sowas ist für unseren Verband ein Thema", sagt Knapek. Über di e Erdstöße in Basel sagt er: "Am Oberrheingraben reiben sich verschiedene tektonische Platten, dort gibt es auch ohne Geothermie dauernd Erdbeben. Aber vielleicht sind die jetzigen Erdstöße sogar von Vorteil, weil in Basel unterirdische Spannungen gelöst werden, die sich sonst womöglich in einem viel stärkeren Beben entladen hätten."
Erdbeben wie in Basel hierzulande nicht denkbar
Für Geothermieprojekte im süddeutschen Molassebecken seien derlei Turbulenzen undenkbar. "In Basel muss mit dem ,Hot-Dry-Rock-Verfahren‘ in 5000 Metern Tiefe Gestein aufgebrochen und zerbröselt werden, was mit einem Höchstmaß an Druck geschieht", so Knapek. "Hier in Unterhaching holen wir das Wasser ja nach oben und entspannen damit die unterirdische Drucksituation."
Was den status quo der zweiten Unterhachinger Geothermiebohrung nahe der A 8 betrifft: Mit 3860 Metern Bohrstrecke ist die Endteufe erreicht worden, Stahlrohre wurden eingezogen, eine Säuerung vorgenommen und mit einem neuerlichen Pumptest begonnen. Ob nun endlich die gewünschte Schüttung erreicht wird? Ergebnisse sollen bis zum Wochenende vorliegen.
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