Ottobrunn - Was macht das Schulsystem der Finnen so erfolgreich? Dieser Frage ging Bildungsexperte Rainer Domisch im Wolf-Ferrari-Haus nach.

Obligatorische Noten ab der achten Klasse
Regelmäßig räumt Finnland beim internationalen Schüler-Vergleichstest „Pisa“ mit Bestnoten ab und behauptet unangefochten den ersten Platz. Was machen die Menschen in der nordöstlichsten Ecke Europas eigentlich anders – und vor allem besser? Darüber sprach im Ottobrunner Wolf-Ferrari-Haus auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung Rainer Domisch, der zu den renommiertesten Bildungsexperten Europas zählt und im Zentralamt für Unterrichtswesen in Finnland selbst an den Schalthebeln der dortigen Bildungspolitik sitzt.
Was ist das Geheimnis der Finnen? Die Antwort klingt zwar ein wenig banal, hat es aber dennoch in sich: Die Menschen dort lieben das Lernen. Pädagogen genießen höchste Wertschätzung, Schulen sind keine „Paukanstalten“, die von übergeordneten Behörden beaufsichtigt werden, sondern sie sind voll in das gesellschaftliche Leben der insgesamt 440 Kommunen integriert. Lebensnähe heißt das schlichte Erfolgsprinzip der Finnen, die sich noch in den 70er Jahren exakt am dreigliedrigen deutschen Schulsystem orientiert und dann das System komplett über Bord geworfen hatten.
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