124.06.10|München Süd|München Süd|16
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München - Für einen Skandal im Bundestag hat FDP-Abgeordneter Jimmy Schulz in der jüngsten Plenarsitzung gesorgt - weil er verbotenerweise von einem iPad ablas.

© Quelle: youtube
Eklat um einen Minicomputer: Im Internet kursieren bereits Videos über Jimmy Schulz’ legendäre Rede mit dem IPad im Bundestag.
Berge von Unterlagen türmen sich seit Jahrzehnten auf den Tischen im Berliner Plenarsaal. Das gehört hier zur Tradition und schützt laut Geschäftsordnung die Würde des Hauses. Laptops und Mobiltelefone sind verboten. Höchstens schriftliche Notizen sind während der Rede der Abgeordneten erlaubt. Zu altmodisch findet das FDP-Abgeordneter Jimmy Schulz aus Riemerling. „Irgendwann müssen wir doch auch hier mal im digitalen Zeitalter ankommen“, meint Schulz.
Seine Rede durfte er trotzdem halten, auch wenn sie „nicht so optimal“ gewesen sei. Mit dem neuen Gerät war nämlich selbst Jimmy Schulz noch nicht so vertraut. „Sonst lese ich eigentlich nie alles ab und stottere auch nicht so viel herum“, sagt er entschuldigend. Doch das sei schließlich Nebensache gewesen.
Der Wunsch nach einer Debatte über das Thema wurde Jimmy Schulz gleich nach der Sitzung erfüllt: Eine wahre Welle der Kritik brach über ihn herein. „Eklat im Bundestag“ und „Tabubruch“ titelten die Medien. Eine Rüge handelte sich Schulz zusätzlich ein. „Mit so viel Wirbel habe ich ehrlicherweise nicht gerechnet.“ Doch auch einen Erfolg hat der Abgeordnete zu verbuchen: Denn der Geschäftsordnungsausschuss des Bundestages will nun darüber beraten, wie man mit iPads oder Laptops während der Plenarsitzungen künftig verfahren soll. Das ist ein Anfang, freut sich Schulz.
Auf das iPad im Bundestag will der FDP-Abgeordnete allerdings in Zukunft verzichten: „Ich würde es nicht noch mal einsetzen, zu unpraktisch“, so sein Urteil. Aber in der nächsten Rede im Bundestag - auf Papier diesmal - will er allen von seinen iPad-Erfahrungen berichten.
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