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2100 Quadratmeter Kandinsky

Weilheim-Schongau - Die Kreisstadt Weilheim könnte im Sommer untzer dem Motto "Der größte Kandinsky der Welt" Schlagzeilen machen.Der Marienplatz soll zum Riseen-Kunstwerk werden.

"Mutig und höchst innovativ" fand im Weilheimer Bauausschuss Dr. Norbert Vidal (BfW) den Vorstoß der Architekten Annette Kölbl-Rill und Florian Lechner. Ehe das Pflaster des Marienplatzes im Frühjahr 2009 herausgerissen wird, so meinen diese, soll es bemalt werden. Ideales Motiv: Das Bild "Weilheim-Marienplatz", das Wassily Kandinsky 1909 just dort malte ­ und dessen Original vor einem Jahr für etwa 2,5 Millionen Pfund bei "Sotheby's" versteigert wurde.

Kandinskys Vorlage soll in Weilheim zu einem 2100 Quadratmeter großen Kunstwerk werden, das, wie Lechner sagt, "in seiner Größe und seiner Ausführung einmalig wäre" ­ und der Kreisstadt wohl reichlich Medienecho bescheren würde.

Jeder der 8000 Platten des Platzes soll nach Nummerierung eine bestimmte Farbe zugeordnet bekommen, nach Art eines Pixelbildes würde daraus "der größte Kandinsky der Welt". Die Mal-Arbeit könnten Schüler Weilheimer Schulen übernehmen, so Lechner im Bauausschuss, erste Anfragen seien sehr positiv aufgenommen worden.

Abhängig ist das Projekt zunächst von den Bildrechten; die Anfrage bei der "VG Bild-Kunst" läuft. Und auch sonst ist viel zu beachten. Lechner und Rill suchen nach geeigneter Farbe, die in 50 bis 60 Farbtönen gebraucht wird, umweltverträglich, leicht zu verarbeiten, rutsch- und abriebfest sein muss.

Allein die Farbe koste an die 5000 Euro. Die Architekten sind aber zuversichtlich, das Projekt komplett über Sponsoren zu finanzieren. Für die Geschäftsleute am Marienplatz sieht CSU-Sprecherin Uta Orawetz "keine große Beeinträchtigung". Das Projekt an sich findet sie "toll".

"Charmant" nennt die Idee auch Kunstforum-Sprecher Wolf Schindler: "Alles, was Kunst oder auch nur die Erinnerung an Kunst in die Stadt trägt, wird von uns begrüßt." Für "verkehrt" hielte er aber, den ohnehin raren Kunstunterricht für diese kaum kreative Arbeit zu nutzen. Schüler dürfe man nicht unterfordern, lieber solle jeder auf einem Pflasterstein "ein Original fertigen", das dann wirklich einmalig sei. Dass viele Schaulustige in Weilheims Innenstadt gelockt würden, das steht für Lechner fest. Auch wenn das Projekt (wegen des Farbabriebs) möglichst kurz angelegt werden sollte, wäre die beste Zeit fürs Bemalen schon im Juli ­ zwischen "Französischer Woche" und Ferienbeginn.

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