Weilheim-Schongau - Sorgen um die Zukunft der Lebensmittelversorgung der Menschen macht sich Jörg Bergstedt. Die „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ (AbL) lud ihn ins Gasthaus „Strobl“ in Oberhausen ein.

In einem zweistündigen Vortrag erfuhren die gut 100 Besucher, was den Umweltaktivisten bewegt, gegen die Freisetzung vom genmanipulierten Pflanzen vorzugehen.
Laut Bergstedt ist das Hauptargument für die grüne Gentechnik, also die Neukonstruktion von Pflanzen, „schlichtweg eine Lüge“. Für die Bekämpfung des Hungers seien keine neuen Pflanzen nötig, sondern nur ein vernünftiger Umgang mit den vorhandenen Lebensmitteln. Die nicht-industrielle Landwirtschaft könne derzeit 50 Prozent mehr Lebensmittel produzieren, als für die Ernährung aller Menschen nötig sei. Dass es Hunger gebe, sei politisch gewollt, denn Hunger könne zur Machtausübung genutzt werden. Außerdem könne man damit gute Geschäfte machen.
Ein gutes Geschäft sei auch die Gentechnik-Forschung - „oder was als solche bezeichnet wird“. Laut Bergstedt geht es den Unternehmen vor allen darum, Subventionen abzugreifen. Diese würden reichlich fließen. Um eine ernsthafte Forschung handle es sich nicht, da als Forschung nur etwas gelten könne, was genau dokumentiert und veröffentlicht werde. Dies sei aber nicht der Fall. Im Gegenteil: Die Unternehmen seien wenig auskunftsfreudig. Er habe den Eindruck, dass sie ihre Arbeit bewusst geheim halten würden.
Bergstedt empfahl den Gegnern der Agro-Gentechnik, nicht locker zu lassen. Sie stellten mindestens 80 Prozent der Bevölkerung dar und könnten „mit einem bunten Widerstand“ viel erreichen. Die Ausbringung von genmanipulierten Pflanzen sei eine ernste Gefahr für die Menschheit, da die Folgen der zwangsläufigen unkontrollierten Verbreitung nicht absehbar seien.
Die Diskussion fiel kurz aus. Wie es in anderen Ländern um die Agro-Gentechnik bestellt sei, wollte Kreisrat Karl-Heinz Grehl wissen. Widerstand gibt es laut Walter Haefeker, Präsident des Verbands der Berufsimker, überall. Ein Besucher sieht eine Ursache des Problems im Kapitalismus. Eine Besucherin übte Kritik an Politikern, die nur daran interessiert seien, die Menschen zu beherrschen, auch über die Zusammenarbeit mit Agro-Konzernen. Dies sei nicht im Sinne einer Demokratie.
ws
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