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Feuerwehr traut sich auch an Photovoltaik-Dächer

Feuerwehr traut sich auch an Photovoltaik-Dächer

Weilheim-Schongau - Wenn jemand eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses hat und im Gebäude Feuer ausbricht, braucht er keine Angst zu haben, dass der Brand nicht gelöscht wird, weil sich die Feuerwehr nicht herantraut.

Über Photovoltaik-Anlagen informierte Ingo Martin die Kreisfeuerwehren in Polling. foto: ff

Über Photovoltaik-Anlagen informierte Ingo Martin die Kreisfeuerwehren in Polling. foto: ff

Anderslautende Berichte seien „Panikmache“, hieß es bei der jüngsten Schulung der Kreisfeuerwehren.

„Ich verwehre mich gegen Aussagen der letzten Monate, dass die Feuerwehr Häuser einfach niederbrennen lässt, auf denen Photovoltaik-Anlagen installiert sind“, erklärte Brandamtsrat Horst Thiem von der Münchner Berufsfeuerwehr vor 255 anwesenden Kommandanten und Aktiven aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.

„Photovoltaik wird mehr und mehr zur Normalität. Die Technik ist einfach da. Wir müssen damit umgehen“, führte Thiem in die Sonnenstrom-Technik ein. Grundsätzlich gelte: Von Photovoltaik-Anlagen geht bei fachgerechter Installation keine zusätzliche Brandgefahr aus. Thiem betonte nachdrücklich, dass PV-Anlagen im Brandfalle eine Löschung aber auch nicht verhindern.

Auch wenn es landläufig noch viel Aufklärungsbedarf gebe, setze sich wenigstens langsam die Erkenntnis durch, dass auch Photovoltaik-Anlagen ganz normal mit Wasser gelöscht werden können. „Grundsätzlich gilt: Der Feuerwehrmann hat im Einsatz einen Meter Abstand zu spannungsführenden Teilen zu halten.“ Zur Löschung mit dem Sprühstrahl sollte mindestens ein Meter Abstand von der Photovoltaikanlage zum Strahlrohr gehalten werden. Im Vollstrahl sollte der Abstand mindestens fünf Meter betragen. „Diese Abstände sind“, so Thiem, „in der Praxis normalerweise problemlos einzuhalten.“

„Eine Photovoltaik-Anlage ist nichts anderes als eine normale Haustechnik-Anlage“, bestätigt auch Martin Pape, Kommandant der Oderdinger Feuerwehr. Dass von einer Photovoltaik-Anlage ein Brand ausgehe, das sei sehr selten. Wenn, dann liege das meist an einer fehlerhaften Montage oder an Kurzschlüssen. Deswegen sei es ganz besonders wichtig, dass solche Anlagen von Fachleuten installiert werden.

Wie bei jedem Einsatz steht und fällt der Erfolg der Löschaktion mit der Erkundung der Einsatzstelle: „Die Erkundung ist der halbe Einsatz. Der Einsatzleiter muss wissen: Wo sind die Module, wo ist der Wechselrichter und wo sind spannungsführende Leitungen.“ Wichtig dabei ist: Die Module und Modulkabel können bis zur Freischaltstelle bzw. zum Wechselrichter bei Tageslicht aktuell noch nicht spannungsfrei geschaltet werden. Ein Bedecken der Module mit Schaum hat sich als untauglich erwiesen, weil der Schaum schnell abrutscht.

„Es sind in diesem Bereich tolle Entwicklungen im Gange. Das Thema ist bei Industrie und Hochschulen angekommen, aber aktuell gibt es die Lösungen noch nicht.“ Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta ergänzte: „Es hat mich gewundert, dass das Thema in den letzten Monaten nochmal so hochgekocht ist. Wir müssen mit Photovoltaik-Anlagen umgehen können - genauso wie mit jeder anderen elektrischen Anlage.“

„Blitzschutz-Papst“ Reinhard Schüngel, ebenfalls von der Berufsfeuerwehr München, brachte im Anschluss den Floriansjüngern des Landkreises mit seiner fulminanten „Blitzschutz-Show“ näher, wie man sich und sein Eigenheim sowie seine Photovoltaik-, Wind- und Biogasanlagen vor Blitzeinschlägen schützen kann.

Wichtig für die Betreiber dieser Anlagen ist, dass sie mit einem Blitzschutz versehen ist, um sie entsprechend vor Einwirkungen von außen zu schützen.

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