425.05.09|Region Schongau|Region Schongau|
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Schwabniederhofen - Mit dem Stück "Alias Tigra" von Angela Dopfer-Werner begeisterten die Mädchen und Buben der Schwabniederhofer Jugendtheatergruppe das Publikum.

Einen harten Schicksalsschlag, nämlich den Tod ihres Freundes hat Lisanne (Elisa Schmitt, zweite von links) zu verkraften. Ihre Freundinnen Franziska (Lucia Flaig, links), Nadine (Sofie Demmler, zweite von rechts) und Alina (Gianina Wintersberger, rechts) stehen ihr in den schweren Stunden bei. foto: uf
„Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man sieht, wie ein eigenes Stück auf der Bühne umgesetzt wird“, gestand Autorin Angela Dopfer-Werner. Von der Aufführung der Schwabniederhofener Jugend-Theater-Gruppe unter der Leitung von Ralph Sesar zeigte sie sich restlos begeistert. Das Stück „Alias Tigra“ hatte Dopfer-Werner vor etwa drei Jahren für einen Wettbewerb verfasst und es bislang nicht veröffentlicht. Da traf es sich gut, dass Ralph Sesar auf der Suche nach einem modernen und geeigneten Stück für ein Jugendtheater war.
Was könnte aktueller sein als das Thema Chatrooms im Internet? Wobei sich Dopfer-Werner durchaus kritisch mit der Thematik auseinandersetzt. Was ist Fiktion, was Wirklichkeit? Ist der weltweite, öffentliche Raum wirklich so anonym wie es scheint, oder lauern dort auch ganz reale Gefahren? Fragen, die das Stück aufwirft, deren Antwort aber jeder Zuschauer für sich selbst beantworten muss. Lisanne, die Hauptperson des Stücks, eine etwas exaltierte, esoterisch angehauchte Intellektuelle, erlebt jedenfalls einen wahren Albtraum. Nach einer von ihr veranstalteten Seance, bei der der verstorbene Nirvana-Sänger Kurt Cobain kontaktiert werden soll, kommt ihr Freund Gregor bei einem Unfall zu Tode.
Wenig später ist Lisanne überzeugt, dass er ihr im Chatroom „Engelhaus“ ein Zeichen gibt. Es meldet sich nämlich jemand unter dem gemeinsamen, geheimen Stichwort „roter Mohn“ bei ihr. Aber was bedeutet das für Lisanne und vor allem für ihre Freunde?
Das Stück beschreibt eine Utopie, in der Freundschaften und die virtuelle Realität hart in Frage gestellt werden. Eindringlich und schnörkellos wurde das Stück von der Theatergruppe umgesetzt, und die Jugendlichen brachten die teilweise schwierigen Dialoge verständlich und einfühlsam auf die Bühne. Vor allem Elisa Schmitt als Lisanne, Lucia Flaig als Franziska und Sofie Demmler als Nadine holten aus den dargestellten Charakteren das Optimum heraus. Aber auch die übrigen Mitwirkenden Gianina Wintersberger als Alina, Benny Woisetschläger als Gregor, Marco Ivanowic als Tomtom und Denise Schäringer, die als Stimme der Mutter aus dem Off zu hören war, überzeugten in ihren Rollen.
Dafür hatten die Jugendlichen auch fleißig geübt. Laut Ralph Sesar traf man sich seit Anfang Oktober zweimal die Woche zu Proben. Der Turnverein hatte dankenswerterweise Räume zur Verfügung gestellt, da die Bühne im Lagerhaus nicht beheizbar ist.
Garniert war das Stück mit moderner Popmusik und einer für die Bühnenverhältnisse recht aufwändigen Technik. So wurden Chat-Dialoge per Leinwand ins Publikum gebracht. Lediglich mit der Lesbarkeit in den hinteren Reihen gab es ein kleines Problem, das aber bis zu den nächsten Vorstellungen am 29. und 30. Mai jeweils um 19 Uhr sicher behoben sein wird.
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