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Horror-Unfall: Fahrlehrer muss ins Gefängnis

Horror-Unfall: Fahrlehrer muss ins Gefängnis

Peiting/Weilheim - Betrunken baut er einen schweren Unfall, lässt seine schwerst verletzte Beifahrerin im Auto zurück, flüchtet und versteckt sich im Wald: Dafür wandert der frührere Besitzer zweier Fahrschulen jetzt ins Gefängnis.

© Hans-Helmut Herold

Es war eine emotionale Verhandlung vor dem Weilheimer Amtsgericht. Eine Verhandlung, die in die Abgründe der menschlichen Seele blicken ließ. Kopfschütteln nicht nur immer wieder in den Zuschauerreihen. Auch für Staatsanwalt und Richter war es schwer zu fassen, dass sich ein Unfallfahrer einfach so aus dem Staub macht „und sich nicht um das Schicksal seiner Beifahrerin kümmert, nicht mal nachfragt“. Während die im Auto um ihr Leben ringt, flieht der betrunkene Fahrer in den Wald und versteckt sich.

So geschehen am Karfreitag vergangenen Jahres auf der B17 bei Engen-Steingaden. Horst K. hat aus Kummer einige Bierchen getrunken und lädt dann die befreundete Katrin T. zu einer Spritztour ein. K. will zeigen, was in seinem Porsche steckt – und überschätzt sich offenbar. Viel zu schnell fährt er in eine langgezogene Kurve, kommt auf die Gegenfahrbahn. Ein Wagen kann ausweichen, ein zweites entgegenkommendes Auto fährt in den schleudernden Porsche.

Fahrlehrer verursacht Horror-Crash - und flüchtet

zurück

vor

Horst K. steigt aus dem Wagen, ruft von einem nahegelegenen Bauernhof seine Lebensgefährtin an – und flieht in den Wald, versteckt sich auf dem Bauch liegend unter einer Tanne. Dort findet ihn wenig später ein Suchtrupp der Feuerwehr. Seine Bekannte auf dem Beifahrersitz lässt er schwerst verletzt im Wagen zurück. Ohne sich darum zu kümmern, dass diese junge Frau in Lebensgefahr schwebt. Noch heute erinnern sich Ersthelfer im Zeugenstand an den schrecklichen Anblick: „Im ersten Moment habe ich gedacht: Die ist tot.“

Katrin T. überlebt. Nur knapp springt sie dem Tod von der Schippe. Immer wieder fällt ihr die Lunge zusammen. Eine Rippe hat sich in das lebenswichtige Organ gebohrt. Insgesamt neun Rippen sind gebrochen. Die Milz muss entfernt werden. Das Schambein ist gebrochen, ein Knie zertrümmert. Ebenso eine Schulter. Nach Wochen in der Unfallklinik Murnau und auf Reha findet Katrin T. nur langsam zurück ins Leben – und kann auch noch heute, zehn Monate nach diesem schrecklichen Tag, nicht verzeihen. „Ich will“, stammmelt Horst K., bricht in Tränen aus. „Mich offiziell entschuldigen“, schluchzt er ihr von der Anklagebank zu. „Du hättest mich sterben lassen“, bricht es aus der der jungen Frau ebenfalls unter Tränen heraus. Entschuldigung abgelehnt.

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Und auch der Richter will der Schock-Version des Angeklagten keinen Glauben schenken. Er geht, was die Flucht in den Wald anbelangt, eher von einer Verschleierungs-Taktik aus. Horst K., so vermutet es der Richter, habe wohl eher die eigene Existenz retten wollen. „Sehr charakterlos“, so das Fazit des Vorsitzenden. Der Staatsanwalt spricht von „einer Rücksichtslosigkeit, die aus dem normalen Bereich hervorsticht.“ Dafür gibt es 14 Monte Gefängnis – ohne Bewährung. Und diesmal scheint Horst K. bei der Urteilsverkündung tatsächlich unter Schock zu stehen.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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