Schongau - Hunde und Katzen kosten viel Geld - vor allem, wenn sie ausgesetzt werden und obendrein verletzt sind. Weil die Zahl der Schicksale steigt, steigt auch die Pauschale für Fundtiere.
Verlassen und häufig verwundet irren sie durch Land und Flur - Fundtiere, die ausgesetzt wurden, entlaufen sind oder deren Besitzer gestorben ist. Asyl finden sie im Schongauer Tierheim. Dass dies aber viel kostet, ist die Schattenseite der Tierrettung. 15 Cent pro Einwohner zahlen die Gemeinden Altenstadt, Hohenfurch, Ingenried, Schwabsoien, Rottenbuch, Peiting, Böbing, Bernbeuren und Burggen sowie die Städte Weilheim und Schongau seit 2009. Die Zahl der Fundtiere steigt laut Helga Brennauer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Weilheim-Schongau stetig an.
Darum hat der Tierschutzverein um eine Erhöhung des Kostenbeitrags von 15 auf 20 Cent gebeten. „Im Jahr werden uns rund 200 Katzen und 60 Hunde gebracht“, rechnete Brennauer vor. Aber auch Schildkröten, Ratten oder Hasen werden im Tierheim aufgenommen - und bleiben teilweise Dauergast. „Von 200 Katzen werden maximal zehn Stück wieder abgeholt“, stöhnt sie. Impfen, chippen, entwurmen und kastrieren - das alles muss dann gemacht werden. Nicht selten müssen sie sogar operiert werden. Eine zusätzliche Belastung für die Kasse.
Rund 2400 Euro im Jahr bekommen Brennauer und ihre Mitstreiter für Fundtiere von den Kommunen im Landkreis. „Das ist für Außenstehende sehr viel Geld“, sagt Brennauer. Jedoch kann diese Summe auch an ein bis zwei Tagen verbraucht werden. „Vor kurzem meldete uns die Weilheimer Tierklinik eine Katze mit Oberschenkelhalsbruch. Die Operation kostet rund 1800 Euro“, sie.
Da könne man sich denken, dass ihnen die Tier gehören, sie aber um Zusatzkosten herumkommen wollen, ärgert sie sich.
Bislang haben sich laut Brennauer Schongau, Altenstadt, Hohenfurch und Schwabsoien für die Anhebung der Pauschale ausgesprochen. „Das verstehe ich als absolute Wertschätzung. Da steckt guter Wille dahinter.“ Für die Kommunen selbst ist die Erhöhung noch zu verkraften. „Das macht bei uns dann 259 Euro, also 64 mehr als vorher“, rechnete Schwabsoiens Bürgermeister Konrad Sepp vor. Rund 604 Euro mehr sind es in der Stadt Schongau.
In Hohenfurch steigt der Betrag laut Bürgermeister Guntram Vogelsgesang von etwa 225 auf 320 Euro. Würden die Gemeinden selbst für ihre Fundtiere aufkommen, müssten sie pro Vierbeiner mehrere hundert Euro blechen. „Da kommen wir mit der Erhöhung immer noch besser weg“, so Vogelsgesang.
Rund 120 Tiere leben derzeit in dem Heim, darunter 40 Hunde und sogar zwei Würgeschlangen. Der Tierschutzverein hat um die 640 Mitglieder, die im Jahr zwischen 20 und 40 Euro zahlen. Brennauer und Tierheimleiterin Elke Keller freuen sich über jede Spende. „Schon ein paar Euro können ein kostbares Tierleben retten“, so Brennauer.
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