Peiting - Werden bereits während des Betriebsurlaubs im August die Peitinger Zarges-Hallen leergeräumt? Dies zumindest befürchtet der Betriebsrat des von der Schließung bedrohten Peitinger Werks.

Wenn während des Betriebsurlaubs im August die Hallen des Peitinger Zarges-Werks leer sind, könnte die Geschäftsführung klammheimlich die Verlagerung der Produktion nach Ungarn beginnen: Das befürchtet der Betriebsrat. foto: herold
Inzwischen schließt die Arbeitnehmervertretung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Oberstes Ziel ist die Rettung des Standorts.
Heute legen der Peitinger Zarges-Betriebsrat und die IG Metall der Geschäftsführung des Konzerns ein „Eckpunkte-Papier“ vor. Der Inhalt: Handlungs-Alternativen zur geplanten Verlagerung nach Ungarn.
Ein weiterer Bestandteil: Der fertige Entwurf einer Betriebsvereinbarung zur betrieblichen Gesundheitsförderung. „So kann der aus Sicht der Geschäftsführung zu hohe Krankenstand gesenkt werden“, zeigt Bäumler auf, was die Arbeitnehmer offerieren, um die insgesamt 140 Arbeitsplätze in Peiting zu erhalten.
„Wir sind bereit, an einem Offensivkonzept zum Standorterhalt in Peiting mit der Geschäftsleitung zu arbeiten“, fügt Bäumler an. Voraussetzung hierfür sei, „dass die Geschäftsleitung von ihrer unseriösen Terminplanung abrückt und bereit ist, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten“.
Bäumler geht sogar noch einen Schritt weiter: Falls betriebsbedingte Kündigungen „unumgänglich werden“, soll nach sozialverträglichen Lösungen für die Betroffenen gesucht werden. „Dazu gehört ein Produktkonzept, entsprechend organisatorische Veränderungen, Investitionen und ein Personalkonzept für Peiting.“
Der Gutachter des Betriebsrats betrachtet indes die Annahmen des Gutachtens des Arbeitgebers für die Verlagerung äußerst kritisch. „Aus seiner Sicht bestehen viel zu hohe Risiken für die weitere Zukunft der Leiternproduktion.“ Der Gutachter unterstützt deshalb die Forderung von IG Metall und Betriebsrat zu einem direkten Gespräch mit den Entscheidungsträgern im Beirat - „und zwar bevor die Entscheidung gefällt wird“. Doch wird der Beirat der Arbeitnehmervertretung und dem Gutachter Gehör schenken?
Betriebsrat, IG Metall, Rechtsbeistand und der wirtschaftliche Berater haben vorgebaut und bereits vor eineinhalb Wochen der Geschäftsführung die mögliche Terminabfolge mitgeteilt. „Es geht um das weitere Einholen von wirtschaftlichen Daten des Gutachters der Geschäftsführung und um die Abfrage und Bewertung von Vorschlägen der Arbeitnehmer zur Standortsicherung durch den Betriebsrat“, erklärt Werner Bäumler das weitere Vorgehen der Arbeitnehmervertretung. In einer Klausurtagung sollen alle vorliegenden Informationen zusammengefasst und der Geschäftsführung bis 15. August mitgeteilt werden.
Von 2. bis 23. August ist auf Wunsch der Geschäftsführung erst einmal Betriebsurlaub vereinbart. „Wir befürchten, dass während des Betriebsurlaubs klammheimlich Anlagenteile nach Ungarn verlagert werden sollen, um unwiderrufliche Fakten zu schaffen“, meint Werner Bäumler. Ob im August tatsächlich mit der Verlagerung begonnen werden soll, bleibt unklar.
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