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Neuer Klang für die Wieskirche

Wies - Rund 700 000 Euro hat sie gekostet, die neue Orgel der weltbekannten Wieskirche. Sie wird am Sonntag, 19. September, geweiht und übergeben.

Die neue Wiesorgel ist ein Jahrhundert-Werk. Davon überzeugt ist Anton Guggemos, seit vielen Jahren Organist in der Wallfahrtskirche Wies.

© Sebastian Jahn

Die neue Wiesorgel ist ein Jahrhundert-Werk. Davon überzeugt ist Anton Guggemos, seit vielen Jahren Organist in der Wallfahrtskirche Wies.

„Eine großartige Orgel“, sagt Wiesorganist Anton Guggemos, der voller Bewunderung für das neue Kircheninstrument ist. Er gerät geradezu ins Schwärmen und spricht von einem „Jahrhundert-Werk“. Auch namhafte Orgelfachleute seien voll des Lobes über die Qualitätsarbeit bei der neuen Wies-Orgel, die von der Firma Claudius Winterhalter geschaffen worden ist.

Der Klang sei beeindruckend, hat Guggemos bereits beim Einüben festgestellt. Beim Spielen des Instruments sei auch weniger Kraftaufwand für den Organisten erforderlich, denn der Tastendruck ist von 450 auf 150 Gramm reduziert worden.

Der Abschied von der alten, im Jahre 1958 erbauten Schmid-Orgel, ist Anton Guggemos nach fast 40 Dienstjahren sehr schwer gefallen. Doch diese Orgel war nach 50 Jahren technisch unzuverlässig geworden. Außerdem war sie nach dem Geschmack der damaligen Zeit im Klang „neobarock“ geprägt. Das heißt, dass die hohen Stimmen gegenüber den Grundstimmen zu dominant gewesen seien.

Im Frühjahr 2007 hatte die Kirchenverwaltung der Wies dann beschlossen, eine grundlegende Renovierung der Orgel anzugehen. Damit dieses Vorhaben gelingen konnte, wurde im Juni 2007 ein Orgelkomitee ins Leben gerufen - nicht zuletzt deshalb, um für das ehrgeizige Projekt eine solide finanzielle Basis zu schaffen.

Sechs Orgelbauwerkstätten hatten dazu ein Angebot abgegeben. Um Orgeln dieser Bewerber in ihren Kirchenräumen klanglich zu erleben, unternahm das Komitee im April 2008 eine regelrechte Orgelfahrt. Hierbei spielte Anton Guggemos jeweils acht ausgewählte Stücke, um die Instrumente akustisch vergleichen zu können.

Mitte 2008 schaltete sich das Landesamt für Denkmalpflege ein und brachte ein verändertes Konzept für die Wiesorgel in die Diskussion. Zudem wurde das Spieltischgehäuse von 1757 aufgefunden. In vielen Gesprächen und auf der Suche nach einem Konsens entstanden mehrere Konzepte für die neue Orgel.

Zustimmung erhielt das Klangkonzept Nr. 6, eine Adaption der originalen Disposition des Orgelbauers Hörterich von 1757. Es galt, beim Abbau der Orgel den historischen Bestand an Pfeifen etc. zu sichern und stilgerecht zu ergänzen.

Der Vertrag mit der Orgelbaufirma Winterhalter wurde im Januar 2009 abgeschlossen. Die historischen Pfeifen und der Spieltisch wurden in der Orgelbauwerkstätte in Oberharmersbach restauriert und ergänzt, und bereits im August 2009 konnte mit dem Aufbau in der Wieskirche begonnen werden. Während der Winterszeit mussten die Arbeiten bis April 2010 unterbrochen werden. Die Intonierarbeiten folgten in den ersten Maiwochen. „Möge die Orgel, die zur Ehre Gottes erklingt, viele Zuhörer erbauen“, wünschen sich Marianne und Adolf Öttl namens des Orgelkomitees, das jetzt sein Ziel erreicht hat.

„Zur Wies gehört Musik, vor allem der Klang der Orgel“, stimmt auch Wiespfarrer Georg Kirchmeir ein Loblied auf die Orgel an. Das Kunstwerk sei großartig gelungen. Jeder Wieswallfahrer und Wiesbesucher werde beim Spiel der Orgel „beglückt von der Köstlichkeit und Harmonie des wunderbaren Liedes, das Dominkus Zimmermann mit dem Bau der Wieskirche angestimmt hat“.

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