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Weilheim-Schongau - Im Wahlkampf hat Landrat Dr. Friedrich Zeller noch einen Smart „angedacht“. Statt des Kleinwagens fährt er nun einen BMW 320d.

Des Landrats neuer Dienstwagen: Dr. Friedrich Zeller vor seinem neuen BMW 320d.

© hh

Des Landrats neuer Dienstwagen: Dr. Friedrich Zeller vor seinem neuen BMW 320d.

Im Gegensatz zum damaligen Landrat Luitpold Braun (CSU) brauche er keinen Mercedes als Dienstwagen – das hat dessen späterer Nachfolger Dr. Friedrich Zeller (SPD) noch im Wahlkampf erklärt: Ihm würde schon ein Smart-Kleinwagen genügen. Sein neues Auto fällt aber mehr als eine Nummer größer aus: Denn Zeller hat sich für einen BMW 320d entschieden.

Freilich erinnere er sich noch an die Smart-Aussage im Wahlkampf, erklärt er auf SN-Anfrage. „Angedacht“ sei übrigens auch ein Toyota Prius gewesen. Doch der Smart (Neupreis ab 9990 Euro) habe sich für ihn als unpraktisch erwiesen: „Schon in meiner Anfangszeit musste ich feststellen, dass ein Landrat extrem viel unterwegs ist. Da wurde mir klar: Ich brauche doch einen größeren Wagen.“

Brauns Dienstwagen – ein Mercedes E200 NGT mit Erdgas-Hybrid-Antrieb – wurde mittlerweile bei einer Zollauktion für knapp 18 000 Euro versteigert. (Das Auto hatte laut Landratsamts-Sprecher Georg Leis 111 000 Kilometer auf dem Tacho). Zeller trennte sich vom Mercedes, „weil der zu viel Energie verbraucht hat. Außerdem brauche ich keine so große Kiste.“

Nun war Brauns Dienstauto keine Dreckschleuder: Laut Hersteller stößt der E200 NGT 168 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. „Von der Idee her war der Hybrid-Antrieb auch ein guter Ansatz“, meint Zeller. „Allerdings reicht der Erdgas-Tank nur gut 200 Kilometer, dann schaltet er auf Benzin um.“ So falle der CO2-Ausstoß deutlich höher aus.

Auf der Suche „nach einem verbrauchsarmen Mittelklasse-Wagen“ ließ sich der Landrat von angehenden Automobilkaufleuten an der Berufsschule Schongau beraten. Die legten ihm mehrere Modelle vor: Einen Skoda Superb 2, einen VW-Passat Blue Motion, einen Audi A4, einen Mercedes C200 Kompressor Diesel, einen Ford Mondeo und eben den BMW 320d, für den sich Zeller entschied. Der Grund: „Dieses Auto hat mit 128 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer den geringsten CO2-Ausstoß.“

Der neue Dienstwagen ist übrigens geleast. „Zunächst für ein Jahr, dann schauen wir weiter.“ Die Rate verrät Zeller aber nicht, denn: „Das ist vertraulich.“ Laut BMW kostet das Modell als Neuwagen allerdings 33 400 Euro.

Wie der Landrat betont, spare sich der Kreis „durch mein Mobilitätsverhalten 50 000 Euro im Jahr“. Schließlich verzichte er im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf einen Chauffeur (wir berichteten).

Zudem sei er bei der Auswahl seines Dienstautos bescheidener gewesen als andere Landräte. Zeller: „Meine Kollegen fahren alle einen 7er BMW, einen Audi A8 oder einen Mercedes. Mir reicht ein Mittelklassewagen.“ Allerdings fügt er umgehend hinzu: „Der einzige, der ähnlich sparsam daherkommt, ist mein Kollege Harald Kühn.“

Denn der CSU-Landrat von Garmisch-Partenkirchen fährt einen VW-Golf IV TDI und verzichtet ebenfalls auf eine Chauffeur. Kühns Golf hat zwar laut Hersteller einen minimal höheren CO2-Ausstoß als Zellers neuer Wagen (zwischen 132 und 140 Gramm pro Kilometer). Dafür fährt Kühn sein Mittelklasse-Auto (Baujahr 2002, Restwert in Internet-Autobörsen: 3000 bis 8000 Euro) schon seit fast sieben Jahren.

Und Zellers Kollegen in den Nachbarkreisen? Starnbergs Landrat Karl Roth (CSU) wird in einem neuen Audi A8 Diesel chauffiert (152 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer).

Im selben Modell (ebenfalls neuwertig) wird Josef Niedermaier (CSU), Landrat von Bad Tölz-Wolfratshausen, gefahren. Der A8 kostet laut Audi in der günstigsten Ausführung ab 62 000 Euro.

Landsbergs Landrat Walter Eichner (CSU) fährt dagegen „nur“ einen Audi A6 3.0 TDI (Neupreis laut Hersteller 45 000 Euro, 227 Gramm CO2 pro Kilometer) und zwar seit mehr als fünf Jahren.

Einen Fahrer im eigentlichen Sinn habe Landrat Eichner nicht, betont dessen Sprecher Wolfgang Müller. „Nur für längere Fahrten springt ein Mitarbeiter des Landratsamtes ein, zu dessen Aufgaben auch Chauffeur-Dienste gehören.“

Franz Rohleder

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