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Schließung des Peitinger Zarges-Werks ist beschlossen

Schließung des Peitinger Zarges-Werks ist beschlossen

Peiting - Die Spitze der Zarges Tubesca Gruppe hat die Verlagerung der Leitern-Produktion nach Ungarn beschlossen. Betroffen von der Werks-Schließung in Peiting sind 140 Mitarbeiter.

Das Peitinger Zarges-Werk soll seine Pforten schließen: So haben es am gestrigen Freitag Geschäftsführung und Beirat beschlossen. foto:

All die Hoffnungen der vergangenen Wochen haben sich mit dem einen Anruf zerschlagen, der gestern kurz nach 14 Uhr bei Werner Bäumler eingegangen ist. „Damit haben wir nicht gerechnet“, erklärt der Peitinger Betriebsratsvorsitzende kurz darauf. "Die wischen einfach alle Risiken vom Tisch“, sagt Bäumler und klingt dabei, als könne er es selbst noch gar nicht fassen.

An einen Zeitaufschub hatten Bäumler und seine Mitstreiter fest geglaubt. „Wir haben gedacht, in dem Beirat sind ein paar Vernünftige dabei, die das Risiko einer Verlagerung richtig einschätzen, doch das ist nicht so“, sagt Bäumler. Der Beirat des Konzerns hat gegen Peiting entschieden - und zwar einmütig, wie Zarges-Geschäftsführer Frank Haberstroh gestern auf Anfrage der Schongauer Nachrichten mitteilt. Das oberste Gremium des Konzerns ist damit der Empfehlung der Geschäftsführung gefolgt, die sich aus Frank Haberstroh und zwei weiteren Managern zusammensetzt.

In welchem zeitlichen Rahmen das Peitinger Werk abgewickelt werden soll, das kann Frank Haberstroh zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, „das ist zeitlich sehr abhängig von der Reaktion von Betriebsrat und IG Metall“. Er geht davon aus, dass es Monate dauern kann, bis Sozialplan und Interessensausgleich ausgehandelt sind, oder im schlimmsten Fall von einer Schlichtungsstelle darüber entschieden wird. Haberstroh spricht davon, die Werksschließung in Peiting „so sozial abfedernd wie möglich“ zu gestalten.

Das wiederum dürfte Werner Bäumler die Zornesröte ins Gesicht treiben. „Dass die uns überhaupt das Konzept haben entwickeln lassen, dass dann keiner beachtet: Das ist Verarschung hoch drei!“, versucht er die Wut in Worte zu fassen, die sich in den vergangenen Wochen aufgestaut hat. Für Bäumler ist das alles eine große „Schau“: Der Zeitaufschub, das Diskutieren über Eckpunktpapiere, das Einreichen eines Rettungs-Konzepts, das für Bäumler erstaunlich schnell vom Tisch gefegt wird. „Wenn die unser Konzept diskutiert hätten, dann wären die jetzt noch nicht fertig“, meint er gestern mit Blick auf die Uhr und kündigt schon mal Aktionen an.

Tatsächlich will sich die Geschäftsführung nicht nur Stunden, sondern ganze Wochen mit den Vorschlägen der Arbeitnehmervertretung beschäftigt haben, betont indes Frank Haberstroh. Und auch am Flughafen in München hätten Beirat und Geschäftsführung mehrere Stunden diskutiert. Den Ausschlag für die Entscheidung haben schließlich die nackten Zahlen gegeben. Selbst wenn alle Punkte der Eckpunktpapiere von Geschäftsleitung und Betriebsrat umgesetzt worden wären, „hätte sich maximal eine Einsparsumme von 40 Prozent des gewünschten Betrages ergeben“, stellt Haberstroh nüchtern fest. Und: 40 Prozent von fünf Millionen Euro, sind eben nur zwei Millionen Euro - und damit „nicht ansatzweise“ genug, so Haberstroh.

Außenstehende Beobachter mögen sagen: Man hätte all dies kommen sehen müssen. Doch bekanntlich stirbt – zumindest bei den direkt Betroffenen – die Hoffnung zuletzt. So dürfte die Hiobsbotschaft per SMS- und E-Mail-Dienst gestern Nachmittag sicherlich einige umgehauen haben, die sich am Mittag in den dreiwöchigen Betriebsurlaub verabschiedet hatten. So manch einer wird sich wünschen, lieber arbeiten zu dürfen, statt im Zwangs-Urlaub über eine ungewisse Zukunft zu grübeln.

Barbara-Schlotterer-Fuchs

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