Schongau - Dass die Mehrwertsteuer auf Hotel-Übernachtungen gesenkt wird, bezeichnen die Hoteliers im Schongauer Land als "längst überfällig".

Wirtin Rosi Keppeler schüttelt die Betten für ihre Gäste im neuen Jahr 2010 auf – es ist für sie ein gutes Jahr, denn die längst fällig Senkung der Mehrwertsteuersätze ist für die Hotel-Pächterin seit 1. Januar gesunken. foto: spe
Seit dem 1. Januar greift die neue Regelung, die für die heimische Hotellerie Entlastung schaffen soll. „Eine Erleichterung, die längst überfällig ist“, sagt der Peitinger Gastronom Schäffler, um noch hinzuzufügen: „Ich sehe das als Zuckerl, weil die da oben ganz einfach etwas tun mussten, wenn uns die ausländische Konkurrenz nicht davonlaufen soll.“
An eine Reduzierung der Zimmerpreise sei deshalb auch nicht zu denken. Die blieben allerdings konstant, würden nicht erhöht, „wie schon seit Jahren“. Auch das kann eine positive Nachricht sein. Das Geld, das er sich spart, steckt Schäffler lieber in Renovierungsmaßnahmen. „Nach und nach wollen wir unsere Zimmer mit neuen Möbeln ausstatten und weißeln.“ Auch an der Fassade des Hauses seien Arbeiten geplant, „die jetzt finanziell vielleicht etwas leichter von der Hand gehen“.
Als warmen Regen sieht der Peitinger die Steuerersparnis aber nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, „dass wir im laufenden Jahr durch die über sechswöchige Sperrung an der Füssener Straße massive Einbrüche hatten“. Und dann seien da auch noch die steigenden Energiekosten, die aufgefangen werden müssten.
Doch damit ist’s noch lange nicht getan. Die Zimmer sollen neue Böden, neue Matratzen und neue Bettwäsche erhalten. Auffangen möchte Keppeler mit dem gesparten Geld auch die gestiegenen Preise für Strom oder in der Wäscherei.
Die seitens des Tourismusverbands Pfaffenwinkel geäußerte Kritik gegenüber der Hotellerie, „dass viele Betriebe runtergekommen sind und nur einer zertifiziert ist“, kontert sie mit den Worten: „Mir ist nicht wichtig, dass ich zertifiziert bin, sondern dass es gemütlich und sauber ist und der Gast sich bei uns wohl fühlt.“
Eine Senkung der Zimmerpreise ist auch für Franz Gruber junior aus dem Peitinger Gasthof Dragoner überhaupt kein Thema. „Die sind seit fünf Jahren konstant und werden es auch bleiben – wie die anderen Preise auch“, erklärt er, und ergänzt noch: „Wir hatten erst kürzlich Bilanzbesprechung, bei der das Thema Steuersenkung erörtert wurde.“ Und in diesem Atemzug auch, dass die den Investitionen zugute kommen solle und nicht Preissenkungen. Und in punkto Investitionen sei im Dragoner einiges geplant. „Erst an Weihnachten ist uns ein Ofen kaputt gegangen, was mit 12 000 Euro Kosten zu Buche schlägt.“
Neue Toiletten für das Haupthaus, ein neues Dach, neue Fenster und eine neue Heizung für das Gästehaus müssten in naher Zukunft ebenfalls finanziert werden. Ganz zu schweigen von der neuen Küchenzeile, die mittelfristig zum Muss werde und Kosten in Höhe von zirka 120 000 Euro verschlinge. Auch für Gruber ist die Steuererleichterung „schon lange überfällig“.
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