Schongau - Jeden Tag kommt in Schongau ein Kind zur Welt, manchmal auch zwei - statistisch betrachtet. Kürzlich haben aber sieben Babys innerhalb von nur 24 Stunden das Licht der Welt erblickt.

© Steffen Füssel
Als Hebamme Daniela Schregle in der Nacht um 3.33 Uhr dem ersten Buben auf die Welt half, ahnte sie nicht, dass dem Team der Schongauer Geburtshilfe ein ereignisreicher Tag bevorstehen würde. „Wir wussten, dass der Termin bei einigen Frauen näher rückte, aber dass dann bis in den nächsten frühen Morgen noch weitere sechs Kinder geboren würden, hätte ich nicht erwartet“, erinnert sich Hebamme Claudia Albrecht, die den Dienst um 6 Uhr übernommen hatte.
Bei den Geburten der Kinder wurden die Mütter von einem Geburtsteam unterstützt. Alle Entbindungen verliefen unproblematisch und ohne Kaiserschnitt. „Selbst wenn es Probleme gegeben hätte, hätten wir Mutter und Kind entsprechend versorgen können“, erläutert die Hebamme, die auf viel Erfahrung in 29 Berufsjahren zurück blicken kann.
„Trotz der überraschend hohen Anzahl liefen die Geburten für uns nicht wie Fließbandarbeit“, stellt Claudia Albrecht klar. „Jede Geburt ist etwas besonderes“, betont Hebamme Melanie Holzmann, die zwei der sieben Geburten unterstützt hat. Beide haben solche Höhepunkte in ihrer Hebammenlaufbahn immer wieder erlebt. Ob Mondphasen oder das Wetter eine Rolle spielen? „Das kann sein, aber da spielen viele Komponenten zusammen“, so Claudia Albrecht.
Die vier Belegärzte und acht Beleghebammen am Krankenhaus Schongau helfen jährlich rund 400 Kindern und ihren Müttern bei der Geburt. Auch Frauen, deren Gynäkologe nicht Belegarzt am Schongauer Krankenhaus ist, sind willkommen. So hat am „Rekordtag“ die Ärztin Marlene Schweyer die ersten drei Geburten begleitet, der Arzt Dr. Jürgen Karbach half den Mädchen zur Welt.
Auch auf der Station sind die kleinen Menschen auch in größerer Anzahl herzlich willkommen: „Wir freuen uns natürlich über so viel Leben“, sagt Gerda Guderian, Leiterin der Station für die Wöchnerinnen. Sie bedauert es vielmehr, wenn alle auf einmal entlassen werden und es schlagartig ruhiger wird. „Ruhiger“ heißt jedoch noch nicht, dass seitdem im Krankenhaus Schongau keine Geburten stattgefunden hätten. Die Zahl hat sich jedoch wieder auf den statistischen Durchschnitt eingependelt.
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