Schongau - Die Pläne für die Impfungen gegen die „neue Grippe“ (H1N1) nehmen Gestalt an: Am Montag, 26. Oktober, soll das größte Impfprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik anlaufen.

Sobald die Apotheken den Impfstoff bestellen können, läuft das bundesweite Programm auch bei uns an. Foto: ap
Bis sich die Patienten hier impfen lassen können, wird es noch etwas dauern. „In Bayern ist man einen klugen Weg gegangen“, sagt Dr. Karl Breu vom Gesundheitsamt Weilheim-Schongau. „Es ist nur ein grober Rahmen vorgegeben, wie der Ablauf aussehen soll. Sobald die Apotheken vor Ort den Impfstoff bekommen haben, können die Hausärzte ihn dort bestellen.“
Impfen lassen sollten sich Mitarbeiter medizinischer Berufe, chronisch Kranke und Schwangere. „Auch Babys ab dem sechsten Lebensmonat können geimpft werden. Alle anderen sollten sich mit ihrem Arzt absprechen.“
In insgesamt 200 Praxen im Landkreis können sich die Patienten impfen lassen. „Wir haben genügend Impfstoff bestellt und sind gut aufgestellt“, weist Breu auf eine flächendeckende Versorgung hin. Impfen werden Haus- und Kinderärzte sowie Gynäkologen.
Viel diskutiert wurde über mögliche Nebenwirkungen der Impfung. „Der Impfstoff ist mit Verstärkern angereichert. So kann man mit einer geringeren Dosis mehr Menschen impfen“, erklärt der Allgemeinarzt. Allerdings machen diese Verstärker es schwerer, die möglichen Nebenwirkungen einzuschätzen. Der „Basisimpfstoff“, den Politiker und Bundeswehr bekommen, enthält diese Verstärker nicht. „Ich plädiere dafür, dass auch schwangere Patientinnen diesen Impfstoff erhalten“, sagt Kayser – wegen des Rest-Risikos.
Entwarnung kommt vom Gesundheitsamt: „Der Impfstoff wurde an 5000 Menschen getestet. Das ist ausreichend.“ Schließlich gebe es auch bei Impfungen gegen die Influenza laut Breu Nebenwirkungen, „da besteht kein großer Unterschied“.
Martin Kayser spricht sich auch für die Impfung aus: „Es ist generell sinnvoll und an sich gut, wenn man sich impfen lässt.“ Allerdings sollten sich zunächst wirklich nur diejenigen impfen lassen, die gefährdet sind. „Es herrscht ja große Panik in der Bevölkerung. Dabei verläuft die ,Schweinegrippe’ hier bislang glimpflich – vor allem, weil sie eher jüngere Leute bekommen haben.“ Steckt sich jedoch jemand an, dessen Gesundheit bereits angeschlagen ist, sehe die Sache anders aus.
Bis gestern waren die Ärzte und Apotheken im Schongauer Land noch nicht über die Details des Impfprogrammes informiert. Thomas Metz, Sprecher des Apothekerverbandes, erklärt warum: „Der erste Schritt ist die Verteilung an den Großhandel. Wenn das passiert ist, können die Apotheken den Impfstoff bestellen.“ Derzeit werden die Feinheiten noch geklärt – erst dann erhalten die Apotheker alle Informationen.
kb
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