111.03.10|Region Schongau|Region Schongau|
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Schongau - Mit einer eleganten Lösung wollte die Stadt Schongau ihre Sozialwohnungen loswerden. Doch die Wohnbau Weilheim winkt ab: Schongau liegt für sie zu weit ab vom Schuss.

Relativ frisch saniert: die städtischen Wohnungen am Julius-Leber-Ring.
Rund 100 Sozialwohnungen vor allem in drei größeren Komplexen besitzt die Stadt Schongau. Da sind zum einen 18 Wohnungen am Julius-Leber-Ring, die erst vor einigen Jahren saniert und „in Top-Zustand sind“, so Kurt Konrad vom Wohnungsamt. Auch die 33 Wohnungen in der Hans-Böckler-Straße schauen zumindest optisch gut aus. Das kann man von den Häusern im Tal nicht sagen: Die 36 Wohnungen dort sind marode, ein Aufgang mit sechs Einheiten kann sogar überhaupt nicht mehr vermietet werden. Selbst Obdachlosen ist ein Einzug dort offenbar kaum zuzumuten, „die sind einfach kaputt“, sagt Konrad.
Deshalb nahm die Stadtverwaltung Kontakt mit der Wohnbau Weilheim auf. Diese Gesellschaft wird vom Landkreis und mehreren Kommunen getragen und hat den Auftrag, eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung für breite Schichten der Bevölkerung zu gewährleisten. Derzeit verfügt die Wohnbau über mehr als 1500 Wohnungen vor allem in Weilheim, Penzberg, Peißenberg und Murnau, aber auch in Seeshaupt, Uffing, Bernried, Iffeldorf und Wielenbach. Schongaus Idee: Die Häuser im Tal an die Wohnbau abgeben, die sie renoviert und weiter für sozial schwache Familien zur Verfügung stellt. Wohnbau-Geschäftsführer Josef Diepold war auch vor Ort, doch kurz darauf kam die Absage. Die ist zum einen Teil mit dem baulichen Zustand begründet. „Da müssten wir sofort mit der Sanierung beginnen, dabei kommen wir bei unserem eigenen Bestand kaum über die Runden“, sagte Diepold. Fast noch wichtiger sei die Betreuung, etwa bei Reparaturarbeiten oder einem Mieterwechsel. „Unsere Zentrale ist Weilheim, die nächste Außenstelle in Peißenberg. Da müssten unsere Mitarbeiter ständig fahren“, sagt Diepold – oder die Wohnbau macht eine eigene Außenstelle auf, was Diepold ausschloss. „Schongau ist für uns einfach zu weit ab vom Schuss, deshalb haben wir auch gar nicht mehr über einen möglichen Kaufpreis gesprochen.“
Die UWV, die einen Anlauf zur Übertragung der Wohnungen im Stadtrat gestartet hatte, war enttäuscht. „Die Renovierungen hätte die GmbH übernommen, die Mieten wären nach einer Sanierung nur in erträglichem Maß gestiegen, und die Belegung der Wohnungen wäre weiterhin durch die Stadt Schongau erfolgt“, sagte UWV-Fraktionssprecher Michael Motz. Vize-Bürgermeister Paul Huber (CSU) trauerte der Situation vor rund zehn Jahren nach: Damals besaß die Stadt noch rund 200 Wohnungen und hatte die Chance, 80 weitere vom Bundesvermögensamt abgestoßen Einheiten dazuzukaufen. „Da hätte man eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen können“, sinnierte Huber. Doch es kam anders: Statt zuzukaufen, versilberte die Stadt selbst rund die Hälfte der Wohnungen.
Wenigstens sind die städtischen Wohnungen noch kein Minusgeschäft. „Wir haben zuletzt jedes Jahr einen Überschuss erwirtschaftet, 2010 rechnen wir mit 118 000 Euro“, sagt Kurt Konrad vom Wohnungsamt.
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