1612.10.09|Region Schongau|Region Schongau|1
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Peiting - Wie ein Orkan hat ein Sturm in den frühen Morgenstunden des Montags in der Marktgemeinde Peiting gewütet und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Der Wirbelwind riss unter Regengüssen Autoanhänger, schwere Steine und ganze Dächer mit sich.

© Herold
Der Sturm deckte etwa das Dach eines kleinen Häuschens ab.
Am Montagmorgen finden sich manche Peitinger in einem Trümmerfeld wieder. Vor allem den Süden Peitings hat es schwer erwischt. Dass Peiting das Zentrum eines schweren Unwetters ist, bekommen viele Peitinger um fünf Uhr morgens mit. Der tosende Lärm auf den Straßen reißt viele aus dem Schlaf. Auch das Ehepaar Bader, für das die Nacht um fünf Uhr morgens wegen der Landwirtschaft ohnehin bald zu Ende gewesen wäre. „Das hat so gewütet, dass wir gleich Angst bekommen haben“, erinnert sich Elfriede Bader. Das Paar traut sich erst eine halbe Stunde später, nachdem das Schlimmste überstanden ist, aus dem Haus. Es bietet sich ein Bild der Verwüstung: Alle Dächer sind kaputt. Riesige Steine liegen im Hof. „Wir können uns gar nicht erklären, wie ein Wind so große Steine verwehen und 20 Zentimeter dicke Äste abreißen kann.“
Ein Bild der Zerstörung bietet sich auch dem Peitinger Feuerwehrkommandanten Rudolf Schropp. Der wird mit seiner Truppe um 5.30 Uhr zu einem entwurzelten Baum gerufen, der bei der Schnalzstraße auf der Fahrbahn liegt. „Wir waren noch nicht einmal daheim, als wir den ersten Anruf wegen eines komplett abgedeckten Dachs bekommen haben“, sagt Rudolf Schropp – und so ging der Vormittag für ihn und 30 Feuerwehrmänner dann auch weiter. „Es hat ausgeschaut wie nach einem Bombenangriff“, sagt der Kommandant, der schon viel erlebt und gesehen hat. Aber Zerstörung in einem solchen Ausmaß? „Das hat Bäume zerlegt, die stehen jetzt wie ausgeastet da“, schildert Schropp.
Bei einer Peitinger Firma hat es das komplette Dach abgedeckt. Die Platten sind weitergeflogen bis zum benachbarten Firmengebäude, wo ebenfalls das Dach zerstört ist. Bis zu 400 Meter, sagt der Feuerwehrkommandant, hätte es schweres Material weggeweht. Das Balkongeländer der Firma: weggerissen vom Wind. Ebenso schwere Autoanhänger, die gestern Vormittag auf dem Dach in der Wiese lagen. „Da muss eine volle Windhose durch sein“, glaubt Schropp.
Kann, muss aber nicht sein, erklärt man beim Meteorologischen Observatorium auf dem Hohenpeißenberg, der ältesten Bergwetterwarte der Welt. Eine Kaltfront sei schuld an der Verwüstung, lässt Meteorologe Peter Lang auf Anfrage der Schongauer Nachrichten wissen. Laut dem Wetterbeobachter hat es sich dabei um eine schmale und „sehr aktive“ Kaltfront gehandelt. Der Wind, den diese Kaltfront mit sich gebracht hat, war mit 14 Metern pro Sekunde zwar nicht besonders heftig, „aber er hat sich stark gedreht“.
Fast eine halbe Stunde hätte sich der extrem schwankende Wind mal von Südwest auf Nordwest gedreht, „und das sehr abrupt“. Vor allem dieser stark wehende Wind hat laut Lang eine zerstörerische Kraft. Eine Windrose will Lang allerdings nicht ausschließen – ob eine solche durch Peiting gefegt hat, müsste genauer untersucht werden.“
In Pähl wurden durch die starken Sturmböen mehrere Bäume umgeworfen. So musste die Feuerwehr Pähl mehrere Bäume zwischen Wartaweil und Aidenried als auch auf der Bundesstraße 2 bei der Abzweigung nach Gut Kerschlach von der Fahrbahn entfernen.
In Gröbenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck) stürzten in der Sturmnacht mehrere Bäume um.
bas/mm
zurück zur Übersicht: Region Schongau

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

