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Unter Rottenbuchs Jägern wird weiter gestritten

Unter Rottenbuchs Jägern wird weiter gestritten

511.08.10|Region Schongau|Region Schongau|3
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Artikel: Unter Rottenbuchs Jägern wird weiter gestritten

Rottenbuch - Der Prozess zum Schönberger Jägerstreit hat am Dienstag noch kein Ergebnis gebracht, doch die Tendenz geht klar gegen die Gemeinde Rottenbuch.

Bis Mitte November das Urteil fallen soll, stellt sich die Frage: Wie geht es in dem Revier weiter?Regelmäßige Prozessbesucher können sich nicht erinnern, dass ein Zivilverfahren am Landgericht München II schon einmal so großes Interesse gefunden hat. Sogar zusätzliche Stühle mussten in den Sitzungssaal getragen werden, damit alle Besucher Platz haben. Auch die Regierung von Oberbayern hatte als Obere Jagdbehörde einen Vertreter zur Beobachtung geschickt, dazu kamen zahlreiche Jäger und Grundbesitzer aus Schönberg. Doch für viele überraschend nahm die Verhandlung einen anderen Verlauf als erwartet: „Damit habe ich nicht gerechnet“, gab etwa Thomas Speer, Vize-Jagdvorsteher in Schönberg, zu. Er dachte, dass die Gemeinde Rottenbuch mit ihrem auch vom Landratsamt unterstützten und geforderten Vorgehen, das Eigenjagdrevier aus dem großen Schönberger Revier herauszulösen und neu zu vergeben, im Recht sei.

Bürgermeister Andreas Keller hatte sich aber schnell wieder gefangen und die Verhandlung schöngeredet. Er sehe noch große Chancen für die Gemeinde, den Prozess zu gewinnen. Da ist der Schönberger Jagdpächter Dr. Friedrich May anderer Meinung. Er gab sich siegessicher und lehnte Kellers Kompromissvorschlag, ihm das herausgelöste Revier zumindest bis Ende 2013 zu überlassen und erst dann anderweitig zu verpachten, ab. May, der gestern nicht zu erreichen war, hatte das Vorgehen der Gemeinde und die Neuvergabe an Werner Schubert von Anfang an als unrechtmäßig bezeichnet.

Als „sehr interessanten Fall“ bezeichnete Heinrich Schuster, Sprecher der Regierung von Oberbayern, den Streit. Denn ein Passus im Bundesjagdgesetz gebe der Gemeinde zwar grundsätzlich das Recht, die Eigenjagd herauszulösen. Doch weil die betreffenden Flächen schon seit Jahrzehnten im Besitz der Gemeinde sind, könne man nicht davon reden, dass sie überraschend aufgetaucht sind und irrtümlich verpachtet wurden.

Abgesehen von juristischen Spitzfindigkeiten will aber Speer wissen: „Wie geht es jetzt weiter?“ Denn die fast 100 Hektar wegen des Streits nicht zu bejagen, wie es bereits die vergangenen Wochen geschehen ist, ist angesichts der schlimmen Verbisssituation nicht tragbar. Das wissen auch Bürgermeister Keller und das Landratsamt. „Darüber wird es die nächsten Tage Gespräche geben“, so Keller. Manfred Plonner, Vize-Ordnungsamtsleiter am Landratsamt, kann sich vorstellen, notfalls eine Anordnung auf Sofortvollzug herauszugeben. „Dann würden wir entweder May oder Schubert oder theoretisch irgendjemand anderen mit der Jagd beauftragen.“ Wenn dann jemand dagegen vorgehe, könne mit einer Eilentscheidung vor dem Verwaltungsgericht wenigstens schnell Rechtssicherheit geschaffen werden.

Denn dass May jemand anderes in dem Revier schießen lässt, ist kaum anzunehmen. Beim Prozess in München hat er erwähnt, gegen Schubert eine Klage wegen Wilderei eingereicht zu haben. Schubert wiederum hat wegen eines Leserbriefs in den Schongauer Nachrichten, den ein Jagdkollege von May verfasst hatte, Anzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung erstattet. Es wird also munter weitergestritten.

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