Schongau - Der nächste Streit bahnt sich bei der Firma Hoerbiger Automotive Komfortsysteme (HAKS) an: 126 Stellen sollen nach Polen ausgelagert werden und das zu dortigen Arbeitsbedingungen.
Den Arbeitnehmern, die ihren Job wegen einer Teilverlagerung des Betriebes nach Polen verlieren, bietet die Firmenleitung zwar eine Weiterbeschäftigung an – allerdings in Polen und „zu den dort gültigen Arbeitsbedingungen“. Wie berichtet, will der Konzern 126 der insgesamt 430 Stellen bei Hoerbiger Automotive streichen.
Konkret heißt es in einem von der Hoerbiger-Geschäftsleitung verfassten Entwurf eines Interessensausgleichs, der den Schongauer Nachrichten vorliegt: „Die HAKS wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf hinwirken, dass die betroffenen Mitarbeiter aus der Produktion vor Ausspruch der betriebsbedingten Kündigung, soweit der Bedarf besteht, durch die Hoerbiger Automotive SP. z. O.O. in Boleslawiec das Angebot erhalten, zu den dort gültigen Arbeitsbedingungen tätig zu werden.“
Nicht gerade der nächste Weg – vom Lohngefüge ganz zu schweigen: Polen zählt innerhalb der EU zu den Ländern mit relativ niedrigen Löhnen. Anfang 2006 lag das gesetzliche Mindesteinkommen bei 899 Polnischen Zloty (PLN), umgerechnet 230 Euro. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen lag bei 2530 PLN (646 Euro).
Wenig verwunderlich also, dass es Günther Schachner, Vorstandsmitglied und Bevollmächtigter der IG Metall Weilheim, ob des Angebots aus der Chefetage die Zornesröte ins Gesicht treibt. Er spricht von „Zynismus im Umgang mit den Angestellten“, ärgert sich darüber, dass Hoerbiger öffentlich erklärt habe, seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern nachzukommen, „und dann so ein Angebot!“
Mehr zu den geplanten Stellenstreichungen lesen Sie in der morgigen Printausgabe der Schongauer Nachrichten.
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