120.03.09|Lkr. Starnberg|Lkr. Starnberg|
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Landkreis Starnberg - Die Kreisgruppe Starnberg des Bund Naturschutz klagt gegen die Betriebserweiterung des Flughafens Oberpfaffenhofen. Bei der Genehmigungsprüfung sei der Naturschutz zu kurz gekommen.
Die Bürgerinitiativen und die Gemeinden, die gegen den erweiterten Flugbetrieb auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen klagen, bekommen von der Kreisgruppe Starnberg des Bund Naturschutz (BN) Verstärkung. Denn auch der BN will mit zwei Klagen mehr Flugbetrieb verhindern.
Die Naturschützer verfolgen dabei eine Doppelstrategie. Einerseits soll vor dem Verwaltungsgericht München der Genehmigungsbescheid des Luftamts Südbayern angefochten werden. Andererseits strengt der BN eine Normenkontrollklage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ausgerechnet gegen einen Bebauungsplan der Gemeinde Weßling an, die auch gegen die Erweiterung des Flugbetriebs klagt.
Der BN argumentiert, dass die Gemeinde Weßling Kiesgruben genehmigt habe, die eine Gefahr für das Grundwasser darstellten. Die Gruben hätten keine undurchlässige Schicht zum Schutz des Grundwassers. Sollten wegen der Kiesgruben Brunnen des Zweckverbands großräumige Wasserversorgung eschlossen werden müssen, stehe auch einer Erweiterung des Flughafens wasserrechtlich nichts mehr im Wege.
Der BN möchte in seiner Klage gegen den Genehmigungsbescheid in Abgrenzung zu den Bürgerinitiativen vor allem Argumente des Naturschutzes ins Feld führen. So seien durch Kerosin, Abgase und Lärm sämtliche geschützten Gebiete rund um den Flughafen gefährdet. „Auf die schützenswerte Natur wurde keine Rücksicht genommen“, klagt BN-Kreisvorsitzender Günter Schorn. So seien besonders das Aubachtal, das Herrschinger Moos, das Schuifelder Moos, das Bulachmoos sowie die Eichenallee und die Wälder um Meiling und Weßling bedroht. „Vor der Genehmigung gab es keine naturschutzfachliche Prüfung. Das ist ein planungsrechtlicher Fehler“, begründet Schorn die Klage. „Es war eine Frechheit einfach zu sagen, die Betriebserweiterung schadet der Natur nicht.“
Ebenfalls sei die Gefahr von Kollisionen zwischen Flugzeugen und Vögeln (Vogelschlag) bei der Genehmigung nicht berücksichtigt worden. Oberpfaffenhofen ist laut Schorn der am meisten von Vogelschlag bedrohte Flughafen in ganz Deutschland. Schorn beruft sich auf den Deutschen Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr.
Weßlings Bürgermeister Michael Muther hält von der Klage gegen den Bebauungsplan nichts. „Diese Aktion verstehe ich nicht ganz. Das ist kein Mittel, um den Flughafen auszubremsen.“
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