Stegen - Das Weißwurstkabarett von Brauer Rudolf Fottner gab nur ein kurzer Gastspiel. Brauereichef Paul Schneider übernimmt jetzt mit dem "Stegener Weißwurstbrettl".
Es sind erst ein paar Wochen vergangen, seit Eigentümer Paul Schneider stolz das Ende der langjährigen Sanierungsarbeiten in der Alten Brauerei Stegen verkünden konnte. Dass mit der Eröffnung des darin untergebrachten „Ammerseer Brauhauses“ vor nicht ganz drei Wochen die ursprüngliche Brautradition wieder in das 120 Jahre alte Gebäude einzog, sah der Hausherr als krönenden Schlussstein im Gefüge der dort ansässigen Unternehmen an. Seitdem das sonntägliche Weißwurst-Kabarett des Grafrather Veranstalters Arne Forchheim die Kabarettfans in den Braukeller lockte, hängt jedoch der Haussegen schief.
Konkurrenz im eigenen Haus, das wollte Schneider nicht. Genau dies aber trat ein, denn Gastronom Guido Gluska betreibt schon länger die Kleinkunstbühne im Haus. Darüber hinaus sieht sich Hausherr Schneider als Urheber der Idee Weißwurst-Kabarett. Forchheim hätte sie „schamlos geklaut“ und der neueste Pächter, Rudolf Fottner, habe sich von diesem einwickeln lassen. Schneider setzte Forchheim vor die Tür.
Ausgelöst wurde der Streit durch Gluska. Erst vor kurzem hat er seinen Pachtvertrag als Betreiber des Kinos, der Gastronomie und eines Cateringservices für private und Firmenfeiern um weitere zehn Jahre verlängert. Noch dazu Betreiber der Kleinkunstbühne in der Alten Brauerei, beobachtete Gluska bereits die Brauhauseröffnung mit abwartender Skepsis. Er baute fest auf die vom Hausherrn prognostizierten Synergieeffekte mit dem Brauhaus, dem für beide Seiten profitablen Austausch von Bier und Speisen. Statt Ergänzung spürte Gluska aber echte Konkurrenz, Parallelgastromie und Parallelkulturbetrieb. Seine „absolute Schmerzgrenze“ war erreicht.
Schneider reagierte und Fottner als Pächter, der viel investierte, rudert zurück. „Im Haus ist Kleinkunstkompetenz da, und die will ich nicht stören“, stellt der Bierbrauer nun fest. Er habe mit niemandem Streit und setze auf gute Zusammenarbeit. Nach der Brauerei-Eröffnung, dem bereits laufenden kleinen Brauhausbetrieb freitags und zur Frühschoppenzeit am Sonntag, bereite er sich nun lieber auf die anstehende Brauhauseröffnung im April vor. Im Vordergrund stehe erstmal einmal der Erfolg der neu kreierten Biermarke.
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