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Europas Königs- und Kaiserhäuser nehmen Abschied

Regina von Habsburg: Europas Königshäuser nehmen Abschied

1709.02.10|Lkr. Starnberg|Lkr. Starnberg|
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Artikel: Regina von Habsburg: Europas Königshäuser nehmen Abschied

Pöcking - Es war eine bewegende Trauerfeier in Pöcking am Starnberger See: Mehr als 400 Menschen nahmen am Dienstag von Erzherzogin Regina von Habsburg (85) Abschied. Nur ihr Ehemann Otto von Habsburg kam nicht zu dem Requiem – weil es sein Gesundheitszustand nicht zuließ.

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Und plötzlich wird es ganz still. Die Kirchenorgel verstummt. „Wir wollen einen Augenblick bewusst innehalten“, sagt Bischof Walter Mixa. Die Menschen, es sind mehr als 400, blicken zum Altar – und dann senken sie ihre Köpfe. Es ist Dienstag, kurz nach 10.30 Uhr: ein kalter, grauer Vormittag im Februar. Vor wenigen Minuten hat das Requiem für Regina von Habsburg begonnen. Es ist der Abschied von der Erzherzogin.

Bilder der privaten Trauerfeier

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Zwei Stunden dauert die Totenmesse, und fast alle sind gekommen: die sieben Kinder der Verstorbenen, die Enkel. Allein aus dem Hause Habsburg sind rund 200 Familienmitglieder da. Viele Trauergäste stammen aus anderen europäischen Königs- und Fürstenhäusern. 36 Fahnenträger drängen sich in der Kirche – und in den hinteren Reihen sitzen die Menschen aus Pöcking, jener Gemeinde, wo Regina von Habsburg in den vergangenen Jahrzehnten zuhause war. Doch einer ist nicht da: Otto von Habsburg, 97, der Ehemann. „Es geht ihm nicht gut“, heißt es. Er habe sich am Tag zuvor verabschiedet: bei einer kleinen privaten Trauerfeier.

„Sie war das Herz ihrer Familie“, sagt der Augsburger Bischof Mixa in seiner Predigt. „Sie hatte einen noblen Charakter, war bescheiden und mütterlich.“ Kurz darauf stehen die Kinder der Erzherzogin auf, gehen langsam zum Altar. Jeder von ihnen hat eine Fürbitte vorbereitet. Sie nennen ihre Mutter liebevoll „Mama“ – und sie betonen vor allem die zweite Silbe, das ist so üblich in Österreich. „Mama war der große Halt in unserer Familie“, sagen sie: „Wir bitten Dich, dass wir die Mutter in unseren eigenen Leben nachleben können.“ Mehrere Geistliche zelebrieren das Requiem, selbst ein Vertreter aus Rom ist gekommen, um das Beileidstelegramm des Heiligen Vaters zu verlesen: „Mit tiefer Anteilnahme habe ich davon erfahren, dass Gott (...) Erzherzogin Regina zu sich gerufen hat. Wir wissen die Verstorbene, die sich in ihrem irdischen Leben stets für das Wohl der Familie wie für die Anliegen der Menschen und der Kirche eingesetzt hat und vielen Bedürftigen eine einfühlsame Helferin war, in der nie endenden Liebe des himmlischen Vaters geborgen“, schreibt Papst Benedikt XVI. „Herr, gib’ unserer Schwester Regina die ewige Ruhe“, betet der Bischof. Einen Augenblick später hört man ein Baby leise wimmern. Am Ende des Gottesdienstes ertönt die österreichische Kaiserhymne: Erzherzogin Regina von Habsburg wäre ja Kaiserin geworden – wenn nicht 1918 das k.u.k-Reich zusammengebrochen wäre; Otto von Habsburg, der Witwer, ist der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers. Wenige Minuten später ist der Gottesdienst vorbei. Langsam folgen die Menschen den Sargträgern. Ein Leichenwagen wartet vor der Kirche. Die Träger laden den Sarg ein, dann rollt der silbergraue Mercedes-Kombi an. Regina von Habsburg soll heute in der Familiengruft auf der Veste Heldburg in Südthüringen beerdigt werden – dort, wo sie aufgewachsen ist, als Prinzessin von Sachsen-Meiningen. „Gott hab’ sie selig“, flüstert eine ältere Frau und blickt dem Wagen hinterher. 

von Barbara Nazarewska 

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