Landkreis - Das Kirchenvolk ist enttäuscht, wütend, sprachlos. Die pastorale Raumplanung der Diözese Augsburg löst äußerst gemischte Gefühle aus.
Ernst Schilcher, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Pöcking, vergleicht die Haltung der Bistumsleitung in Augsburg mit einem Arzt, der seinem schwerkranken Patienten das Siechtum bis zum Tod aufzeichnet, aber nichts unternimmt, ihm das Leiden zu erleichtern oder gar zu heilen. Die Diagnose der Diözese, dass 2025 nur noch 200 statt bisher 600 Priester zur Verfügung stehen werden, sei korrekt. Auch für eine Zukunftsplanung bringt Schilcher Verständis auf. Nicht aber für die Therapie. Absolut unverständlich ist für den Pöckinger, dass der Augsburger Bischof statt einer Ausweitung der Laienmitwirkung deren Befugnisse beschneidet.
Ins selbe Horn bläst Rudolf Thomann, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Ulrich Söcking: „Mir stinkt es gewaltig, dass die Laien nicht mehr Aufgaben bekommen, sondern die pfarrlichen Aktivitäten noch stärker auf den Pfarrherrn konzentriert werden.“ Thomann räumt ein, dass „wir so etwas befürchtet haben“. Aber die Söckinger würden sich wehren und versuchen, ihr pfarrliches Leben so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.
Peter Ecker, seit zehn Jahren Vorsitzender des Hechendorfer Pfarrgemeinderats, ist enttäuscht: „Es war immer von einer Zusammenlegung die Rede, in der wir als eigenständige Pfarreien erhalten bleiben, nicht aber von Auflösung.“ Hermine Brengel, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Oberalting, sieht die Situation ähnlich: „Wir brauchen Lösungen, aber keine neuen Probleme. Das alles treibt die Leute weiter von der Kirche fort.“
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