Feldafing - Eines steht für Feldafings FDP-Gemeinderätin Sigrid Friedl-Lausenmeyer fest: „Wir haben viel zu wenige Plätze, von denen aus man den See sieht.“ Das soll sich ändern.
Die Sichtachsen Feldafings, der Gemeinde am Westufer des Starnberger Sees, stand in der jüngsten Bauausschusssitzung zur Diskussion. Bürgermeister Bernhard Sontheim zog spaßeshalber sogar eine Umbenennung seiner Heimat in Betracht, denn: „Feldafing ist inzwischen ein Walddorf geworden. Wir müssten eigentlich Waldafing heißen, denn Felder haben wir schon lange keine mehr.“
Der Rathauschef beklagte vor allem die Situation am Kalvarienbergweg, von wo aus vor einigen Jahrzehnten ein wunderbarer Blick auf den See zu erhaschen gewesen sei. Sontheim erinnerte sich genau, denn „ich habe da früher immer mit’m Stupsi g’spuit.“
Ohnehin ist das Thema Bäume und Seeblick ein heikles in Feldafing. Die Verantwortlichen des Golfclubs haben im Einverständnis mit dem Freistaat und der Seen- und Schlösserverwaltung erreichen können, an einigen wenigen Stellen etwas ausholzen zu dürfen, um Mitgliedern und Gästen Sicht auf den See zu ermöglichen. Mit dem Bau eines Kletterwaldes im ufernahen Waldstück beim Forsthaus befürchten Anwohner und Kritiker einen weiteren Eingriff in die Natur zugunsten eines „profitorientierten Unternehmers“.
Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Sichtachsen waren letztendlich mitausschlaggebend für den Eklat zwischen Sontheim und Gemeinderat Otto Berger, der in der Folge aus der Bürgergruppe ausgetreten ist (wir berichteten). Berger schrieb damals: „Feldafing ist seit Jahrzehnten geprägt von idyllischer Landschaft mit dichtem Baumbewuchs....Es sollte daher auch konkretes Ziel der Zukunftswerkstatt sein, diese günstigen Lebensbedingungen bzw. diese gute Lebensqualität auf Dauer zu erhalten und permanent zu schonen.“
So stehen sich auch in dieser Sache Ökologie und Ästhetik gegenüber - wie bei so vielen Themen in Feldafing.
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