Gilching - Erst pöbeln, dann schlagen, dann randalieren: In dieser Reihenfolge ist ein Gilchinger Sextett im Herbst 2010 vorgegangen. Jetzt waren die Burschen vor dem Amtsgericht.
Für Richterin Anneliese Plattner war klar: „Der Freundeskreis ist hier bei allen das Problem.“ Fünf konkrete Fälle wurden verhandelt, in zweien hatten die Freunde mehr oder weniger wahllos Leute angepöbelt. Etwa im September zwei Friseurinnen (beide 20) und ihren Begleiter, die sich auf dem Heimweg von der Wiesn befunden und angeblich verbal Contra gegeben hatten. Einem Mann, der helfend eingreifen wollte, verpassten die Täter eine Kopfnuss. Er erlitt laut Attest der Klinik Seefeld Prellungen am Auge und am Handgelenk. Einen aufmerksam gewordenen Anwohner jagten drei der Schläger bis ins Haus und warfen dort mit einer demontierten Werbe-Tafel (Schaden: 50 Euro) die Tür ein (Schaden: 5000 Euro).
Die Ermittlungen in einem nicht nachweisbaren Handy-Diebstahl wurden im September eingestellt. Eine junge Frau hatte an einer Gilchinger Tankstelle ihr Mobiltelefon verloren. Einer der Angeklagten soll es an sich genommen haben. Doch trotz Video-Aufzeichnung der Tankstelle war der Täter nicht eindeutig zu identifizieren.
Der fünfte verhandelte Tat-Komplex drehte sich um eine Attacke im Dezember 2010 auf einen Zeitsoldaten (23) und einen Versicherungskaufmann (24), beides Gilchinger, nach dem bekannten Muster. Die Opfer kannten die Täter zum Teil und sprachen als Zeugen wohlwollend davon, sie hätten ja „nur Nasenbluten und drei Tage Kiefer-Schmerzen“ davongetragen.
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