012.01.07|Wolfratshausen|Wolfratshausen|
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- Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Gutachten des Kommunalen Prüfungsverbands zur Finanzmisere der DTK-Gruppe liegt noch gar nicht vor, da sorgt es schon für heftige politische Missstimmung. Mitte November bekam Landrat Manfred Nagler einen Entwurf der Studie mit der Auflage, binnen vier Wochen in einer Schlussbesprechung mit dem Prüfungsverband noch eventuelle Unklarheiten zu bereden. Am 18. Dezember fand das Gespräch statt. Mit am Tisch saß der frühere DTK-Geschäftsführer Peter Endres – einer der nach bisher geltender Meinung Hauptverantwortlichen für das Millionendebakel. Die Kreistags-Opposition ist darüber empört.
Grünen-Sprecher Klaus Koch ist immerhin stellvertretender Aufsichtsrats-Vorsitzender der DTK. Als er gestern von unserer Zeitung von dem Treffen vor gut drei Wochen erfuhr, verschlug es ihm erst einmal die Sprache: "Was für eine Unverschämtheit des Landrats: Wir erfahren nichts, und Herr Endres bekommt den Prüfungsbericht."
Auch SPD-Sprecher Fabian von Xylander, der die gleiche Funktion im DTK-Aufsichtsrat hat, spricht von einem "unglaublichen Skandal". Das Vorgehen des Landrats zeige, "wie trotz aller negativen Erfahrungen weiter gemauschelt wird". Für Freie-Wähler-Sprecher Josef Niedermaier gibt’s ohnehin nur eine Chance, zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu finden: "Der Bericht muss so schnell es geht in die Gremien und dann an die Öffentlichkeit."
Ob der Landrat da mitspielt? Wie zu erfahren war, kommt der Prüfungsbericht zu dem Schluss, dass bei Gründung der DTK-Gruppe und bei der überaus undurchsichtigen Projektvergabe an Fraunhofer-Management und BauGrund 1998 die schlimmsten Fehler gemacht wurden. Geschäftsführer war damals -Manfred Nagler. Das Konstrukt aus DTK- und GTZ-Gesellschaften ging auf den damaligen CSU-Sprecher Gerhard Meinl zurück.
Obwohl dem Vernehmen nach Ex-Geschäftsführer Peter Endres durch den Bericht etwas aus der Schusslinie gerät, hat er in den vergangenen Monaten massiv Druck gemacht. In einer E-Mail, die unserer Zeitung vorliegt, forderte er Landrat Manfred Nagler auf, den Bericht "ein paar Wochen" zurückzuhalten, damit er ihn anwaltlich prüfen lassen könne.
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