130.05.10|Wolfratshausen|Wolfratshausen|251
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Geretsried - Fühlt sich ein Braunbär wohl, wenn er auf den Hinterbeinen über eine Reihe kniehoher Hindernisse zu springen hat? Die Zuschauer im Zirkus Alberti waren sich nicht so sicher.

Manege frei: Dompteur Harry Francesco mit Ben während der Vorstellung am Freitagabend. Das Publikum in Geretsried war sich uneins, ob ein Wildtier wie der Sieben-Zentner-Braunbär in einen Wanderzirkus gehört. Foto: hans lippert
Zirkus ist kein Spaß für Tiere“: Mit diesem Aufdruck haben Unbekannte etliche Plakate des von Freitag bis Sonntag in Geretsried gastierenden Zirkus Alberti überklebt. Wie berichtet gab es im Vorfeld Proteste von Tierschützern gegen die Dressur von Kamtschatka-Bär Ben. Dessen Dompteur Harry Francesco, der von Kindesbeinen an mit Bären arbeitet, sagt, er habe schon Schlimmeres erlebt. In Kaufbeuren hätten Aktivisten der Tierschutzorganisation PETA dem Zirkus kürzlich 15 Autoreifen aufgeschlitzt, erzählt er in der Pause der Premierenvorstellung am Freitagabend.
Neben ihm, im etwa zwei mal fünf Meter großen Käfig döst Ben. Der 15-jährige Star des Wanderzirkus Alberti hat soeben seinen fünfminütigen Auftritt hinter sich gebracht. Er hat getanzt und ist auf einer Rolle balanciert. Zum Schluss hopste der Riesenkerl auf den Hinterbeinen über drei Hindernisse. Beim letzten patzte er. Applaus und ein Leckerchen als Belohnung gab’s trotzdem.
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Nummer gut finden soll oder nicht“, sagt Florian Wolff etwas unschlüssig nach der Vorstellung. Er glaubt nicht, dass Ben die Show wirklich genossen hat. „Der guckte irgendwie traurig.“ Ein Bär gehöre nicht in die Manege, meint der aus Geretsried stammende und jetzt in München lebende junge Mann. Andererseits sei das Wildtier natürlich eine Attraktion, muss er zugeben. Seinem fünfjährigen Sohn Nicolay jedenfalls gefiel die Bärendressur „am besten von allem“, wie der Bub schwärmt. (tal)
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