Geretsried - Für große Empörung sorgen Plakate der Tölzer Diskothek Blu bei Eltern und Rektoren. Am Geretsrieder Schulzentrum wird deshalb sogar eine Werbefläche entfernt. Für Blu-Besitzer Peter Frech „eine ganz unangenehme Geschichte“.

Während nackte Frauen und Männer sich bei „Sadomaso-Spielen“ vergnügen genüsslich einen „Ficken-Likör“ schlürfen: Wer das schon immer mal vorhatte und obendrein ein Faible für „Luxus-Girls-Bettspiele“ hat, der ist bei der „Popp Nacht“ genau richtig. Für die angeblich exklusivste Erotikveranstaltung Europas warb die Tölzer Diskothek Blu auch in Geretsried. Das Problem dabei: Die Plakate mit „Playboy Covergirls“, viel nackter Haut und den angekündigten Aktionen hingen direkt am Geretsrieder Schulzentrum.
Ein verärgerter Leser unserer Zeitung sah eines davon und meldete per Fax „menschenverachtende Plakate“. Die Banner würden an der Schulbushaltestelle offenbar niemanden stören, so der Mann. Unglaublich für den Geretsrieder: „So werden bereits Zehnjährige gründlich verdorben“, schreibt er und fragt: „Wo bitte bleibt hier die empörte Lehrerschaft, wo bleibt beim ,Ficken-Likör‘ das Jugendamt?“
Oder doch nicht? „Die Veranstaltung ist ab 18 Jahren und hat nichts mit Jugendlichen zu tun. Das steht ausdrücklich drauf.“ Darauf pocht Blu-Besitzer Peter Frech, der den Trubel um die Plakate „etwas an den Haaren herbeigezogen“ findet. Auf der anderen Seite verstehe er den Ärger von Eltern und Schulleitern, weist aber die Schuld von sich: „Das Plakatieren läuft über eine Münchner Werbefirma. Die, und nicht wir, hängen die Plakate auf.“ Dass gerade vor den drei Geretsrieder Bildungseinrichtungen zur „Popp Nacht“ animiert wurde, sei äußerst unglücklich. Für den freizügigen Inhalt der Banner fühlt sich der Chef des Tölzer Nachtlokals nicht verantwortlich: „Der wurde uns von der Beate Uhse GmbH vorgegeben“, erklärt Frech. Auf die „Alkohol-Werbung“, von der unser Leser in seinem Schreiben berichtet, angesprochen, sagt Frech: „Das sind Trendgeschichten, nach denen man sich richten muss. Zudem sind wir vertraglich an verschiedene Getränkehersteller gebunden.“
Darum müsse eben auch der „Ficken-Likör“ – von dem Blu-Betreiber Frech selbst übrigens „kein Fan“ ist – drauf aufs Werbeplakat. Er scheint von den „Popp“-Plakaten auch nicht gerade begeistert zu sein. Frech räumt abschließend ein: „Für uns ist das eine ganz unangenehme Geschichte.“
Von Tobias Gmach
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