Wolfratshausen - Radsport: Wolfgang Sacher Zweiter bei Bahnmeeting in Prag

Silber in Prag: Wolfgang Sacher (li.) mit dem siegreichen Tschechen Jiri Jezek (Mi.) und Thomas Schäfer. foto: privat
Wolfratshausen - Wolfgang Sacher war sichtlich überrascht, als er das Velodrom in Prag betrat: Gerade einmal 150 Meter misst die Bahn in der tschechischen Hauptstadt. Damit ist sie fast halb so lang wie die sonstigen Standards des internationalen Radsport-Weltverbandes. „Normal sind wir auf 250-Meter-Runden unterwegs. Der Unterschied ist, dass das Oval in Prag aufgrund seiner Kürze natürlich viel engere und steilere Kurven hat, was das Fahren erheblich erschwert“, so das Radsport-Ass. Für den einarmigen Sacher bedeuteten die Maße ein enormes Zusatz-Handicap. „Schließlich herrschen in der Kurve enorme Fliehkräfte, die ich ja mit einem Arm ausbalancieren muss“, betont der 45-Jährige.
Dennoch trat der Vorsitzende des RSC Wolfratshausen beim internationalen Bahn-Meeting am vergangenen Wochenende an. Die Rennen in Prag sollten für ihn schließlich der entscheidende Test vor den Weltmeisterschaften in Los Angeles in knapp drei Wochen werden. „Es ging darum, meine Leistung im internationalen Vergleich unter Wettkampfbedingungen zu testen“, erklärt der Paralympics-Sieger.
Und es lief gut für Sacher. Trotz Lenk-Schwierigkeiten in den Kurven erkämpfte er sich in der Gesamtwertung aus Kilometer-Zeitfahren und 4000-Meter-Verfolgung den zweiten Platz. „Ich hatte keine Chance, die Ideallinie zu fahren und musste immer ganz außen bleiben. Da verliert man natürlich Zeit. Dass es mit 5:06 Minuten trotzdem fürs Podium gereicht hat, stimmt mich für die WM positiv“, so der Penzberger. Im abschließenden Teamsprint durften sich er und seine Teamkameraden Tobias Graf und Thomas Schäfer sogar über den Sieg freuen.
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