Königsdorf - "Die Gentechnik geht uns alle an": Dieser Meinung sind die Initiative Zivilcourage und der Königsdorfer Burschenverein. Am Donnerstagabend hatten sie in die Segelflughalle eingeladen.

Vor rund 500 Besuchern, darunter viele Landwirte, sprach Zivilcourage-Initiator Christoph Fischer über die Gefahren.
"So wie bisher kann's nicht weitergehen", sagte Florian Seidl, Vize-Chef der Burschen. Gegen die so genannte grüne Gentechnik müssten sich Landwirte zur Wehr setzen. Bürgermeister Anton Demmel lobte, dass die Jugend mit der Veranstaltung ein Zeichen setze. Die Mitbegründerin der Zivilcourage, Annelies Holzer, verwies darauf, wie "bunt und lebendig" die Initiative im Landkreis sei. Zwölf Vereine, darunter der Bund Naturschutz und der BDM, haben sich im Juni zu dem Bündnis zusammengeschlossen und kämpfen gegen die Etablierung der grünen Gentechnik. Holzer: "Wenn die Agro-Gentechnik einmal in der Natur ist, ist das nicht mehr rückgängig zu machen."
Der Anbau und Vertrieb genmanipulierter Nahrungsmittel wie Raps, Soja und Mais gefährde den sozialen Frieden in der Dorfgemeinschaft, argumentierte Fischer. Einige Bauern würden gentechnisch veränderte Organismen anbauen, andere nicht. Weiterer Streit wäre durch Lizenzgebühren von Pestizidfirmen vorprogrammiert. Und gentechnisch veränderter Mais, der selbst das Gift gegen Ungeziefer produziere, beseitige nicht nur Schädlinge. Das Toxin töte Bienen, gelange in den Honig - und damit zum Menschen.
Genmanipuliertes Saatgut würde leichtfertig zugelassen. Forschungsberichte seien nicht zuverlässig, weil sie teils von Sponsoren der Saatgutproduzenten erstellt würden. Fischer: "Da wissen wir, wie wie gut wir in der Politik aufgehoben sind." Deswegen sei es so wichtig, selbst aktiv zu werden. "Wenn wir in Europa was bewegen, dann geht das von unserer Region aus."
Fischers Vortrag stieß auf große Resonanz im Publikum. Im Stimmengewirr an den Tischen ging die Diskussion mit den Landtagskandidaten beinahe unter. Zustimmenden Applaus bekam Fritz Schachtner aus Otterfing, der sich aus dem Publikum meldete: "Wir müssen uns hinstellen und sagen, so geht's nicht mehr weiter." (dor)
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