017.01.05|Wolfratshausen|Wolfratshausen|
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- VON CLAUDIA KOESTLER Münsing - Lieb und teuer ist er uns mittlerweile, der Euro. Doch zu dem Zahlungsmittel, das seit drei Jahren gültig ist, formiert sich eine Gegenbewegung: In immer mehr Gegenden (inzwischen sind es deutschlandweit fast 50) werden Währungen von begrenzter Reichweite eingeführt. Seit Freitag gehört der Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen dazu: Der "Regio" ergänzt den Euro. Im Laufe dieser Woche werden die ersten Fünf-, Zehn- und 20er Scheine bei der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg erhältlich sein. Für einen Euro gibt es einen Regio.<BR>
<P>Am Freitag gab der Verein "Oberland regional" im Pfarrheim Münsing den Startschuss und stellte das Konzept vor. Etwa 35 Zuhörer hatten sich eingefunden, vor allem Geschäftsleute, die für das Projekt gewonnen werden sollten. Am selben Abend jedoch wollte sich keiner zum Mitmachen verpflichten. In einer intensiven Diskussion wurde unter anderem bemängelt, dass zu viele Fragen seien. Vor allem die juristische Grundlage soll noch geprüft werden.<P>Rolf Merten, Vorsitzender des Vereins und Groß- und Einzelhandelskaufmann, erklärte: "Wenn das Geld auf der Bank liegt und Zinsen sammelt, wird es dort investiert, wo die meisten Gewinne zu erwarten sind, momentan etwa in China." Hierzu stelle die regionale Währung ein Gegenkonzept dar, das ein "Umdenken im Turbokapitalismus fördern und lokale Netzwerke bestärken" solle.<P>Um die "Regio"-Besitzer zum Ausgeben anzuhalten, soll sanfter Druck angewandt werden: Die Währung verliert quartalsweise an Wert. Wie Monatsmarken für öffentliche Verkehrsmittel werden die Geldgutscheine mit einer Wertmarke versehen, die ihnen für nur ein Quartal Gültigkeit verleiht. Am Ende des Quartals ist ein Umtausch fällig.<P>Wer das Geld wieder komplett in Euro zurücktauschen will, bekommt vom Verein fünf Prozent des Betrages abgezogen. Die so erhaltenen Gelder sollen dann gemeinnützigen Projekten in der Region zukommen. Die mangelnde Begeisterung der anwesenden Geschäftsleute für die neue Währung relativierte Merten mit dem Hinweis auf den "Chiemgauer", das Vorbild des "Regio": "Es wird ein paar Jahre dauern, bis es sich durchgesetzt hat, dann aber will es jeder haben."<P>
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